Ein Software-Fehler im Multimediasystem der Modellreihen C-Klasse, GLC, E-Klasse und weiterer Baureihen (MY 2024–2026) lässt das digitale Kombiinstrument kurzzeitig schwarz werden.

Mercedes-Benz hat in den USA 144.019 Fahrzeuge der Modelljahre 2024 bis 2026 zurückgerufen, weil ein Softwarefehler im Multimediasystem das digitale Kombiinstrument vorübergehend zum Erlöschen bringen kann. Die US-Behörde NHTSA veröffentlichte den Rückruf am 1. Mai 2026. Unfälle oder Verletzungen wurden bislang nicht gemeldet — laut Yahoo Finance / Reuters.

Was technisch passiert

Die Ursache liegt in der Software des Multimedia-Steuergeräts. Unter bestimmten Bedingungen löst das Programm einen unbeabsichtigten Neustart als Teil eines Stabilitäts-Algorithmus aus. Während dieses Resets zeigt das volldigitale Kombiinstrument kurzzeitig keine Informationen mehr — Tacho, Tankfüllstand und Warnleuchten fallen gleichzeitig aus. Besonders heikel ist das bei Autobahngeschwindigkeit oder bei niedrigem Kraftstoffstand, wenn der Fahrer genau diese Daten benötigt.

Das Programm war ursprünglich dafür gedacht, die Systemstabilität zu verbessern. In der Praxis funktionierte der Algorithmus nicht wie vorgesehen, wie Carscoops berichtet.

Betroffene Modelle und Abhilfe

Der Rückruf erfasst eine breite Palette aktueller Baureihen: C 300, C 300 4MATIC, AMG C 43, AMG C 63 S, CLE 300/450 (Coupé und Cabriolet), AMG CLE 53, E 350, E 450, AMG E 53, GLC 300, GLC 350e, AMG GLC 43, AMG GLC 63, AMG GT 43, AMG SL 43/55/63 sowie die Mercedes-Maybach SL 680. Den größten Anteil stellt die GLC-Familie mit zusammen rund 63.000 Einheiten.

Das Fahrzeug muss ausschließlich per Software-Update instandgesetzt werden; ein Hardware-Tausch ist nicht nötig. Bereits rund 62 Prozent der betroffenen Fahrzeuge haben das korrigierte Programm per OTA-Update (Over-the-Air, also drahtlos per Internetverbindung) erhalten. Die verbleibenden 38 Prozent — deren Fahrzeuge diesen Übertragungsweg nicht unterstützen — müssen eine Markenwerkstatt aufsuchen. Der Service ist kostenlos.

DACH-Markt: Kein offizieller Rückruf bekannt

Der vorliegende Rückruf gilt ausschließlich für den US-Markt unter NHTSA-Zuständigkeit. Eine parallele Kampagne des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) oder von Mercedes-Benz AG für Deutschland, Österreich und die Schweiz ist derzeit nicht bestätigt. Mercedes hatte das Problem bereits ab 2025 still über Service-Kampagnen und OTA-Updates zu lösen versucht; erst nach Gesprächen mit Regulierungsbehörden und zunehmenden Kundenberichten wurde der Vorgang im Mai 2026 zum formalen Rückruf erklärt. Besitzer betroffener Modelle in der DACH-Region sollten den Status ihres Fahrzeugs über den Mercedes-Benz-Kundenservice oder ihre Vertragswerkstatt klären lassen.