Ein neues Interface, 3D-Navigation, HD-Video im Stand und Gemini-KI kommen noch 2026 – BMW und Mercedes-Benz sind von Anfang an dabei.

Google überarbeitet Android Auto grundlegend: Erstmals seit dem Launch vor elf Jahren füllt die Oberfläche den gesamten Fahrzeugbildschirm aus – unabhängig von Form und Größe des Displays. Schwarze Ränder, die bislang runde Screens im Mini, den unregelmäßigen Bildschirm im Lucid Air oder das trapezförmige Display im BMW iX3 verunstalteten, gehören der Vergangenheit an.

Neues Interface und 3D-Navigation

Die überarbeitete Benutzeroberfläche erlaubt fixierte Widgets über der Navigationskarte. Fahrer sehen so gleichzeitig die Route und zum Beispiel Musiksteuerung, Kalendereinträge oder eine Garagenöffner-Schaltfläche. Auf großen Bildschirmen lassen sich sogar zwei Widget-Reihen einblenden.

Der Google Maps-Modus „Immersive Navigation" zeigt künftig ein detailliertes 3D-Bild mit Gebäuden, Überführungen und Geländeprofil. Spurmarkierungen, Ampeln und Stoppschilder werden in Echtzeit hervorgehoben – laut Google das größte Maps-Update seit über einem Jahrzehnt.

HD-Video, Dolby Atmos und Gemini-KI

Noch in der zweiten Jahreshälfte 2026 soll Android Auto Full-HD-Video mit 60 Bildern pro Sekunde auf dem Mitteldisplay abspielen können – allerdings ausschließlich im Stand. Beginnt das Fahrzeug sich zu bewegen, blendet das System das Bild aus; der Ton läuft in kompatiblen Apps wie YouTube nahtlos im Hintergrund weiter.

Den Start machen Modelle von BMW, Ford, Genesis, Hyundai, Kia, Mercedes-Benz, Renault, Škoda, Tata und Volvo. Dolby Atmos – räumliches Mehrkanal-Audio – folgt zunächst in Fahrzeugen von BMW, Genesis, Mercedes-Benz, Renault, Škoda, Tata und Volvo.

Ebenfalls für das zweite Halbjahr 2026 angekündigt ist die tiefere Gemini-Integration. Nutzer mit Zugang zu Gemini Intelligence können den KI-Assistenten direkt im Auto verwenden: Er analysiert den Kontext von Nachrichten, E-Mails und Kalendereinträgen und schlägt passende Antworten vor. Praktische Aktionen wie das Bestellen von Essen über DoorDash sollen ohne manuelles App-Öffnen möglich sein – die sogenannte Magic-Cue-Funktion löst Aufgaben automatisch aus dem Gesprächskontext heraus.

Zeitplan und Verfügbarkeit

Einen exakten regionalen Rollout-Zeitplan hat Google bislang nicht kommuniziert. Die neuen Funktionen erscheinen als Software-Update für kompatible Fahrzeuge; eine neue Hardware ist nicht erforderlich. Für DACH-Fahrer mit BMW oder Mercedes-Benz dürfte das Update besonders relevant sein, da beide Marken zur ersten Welle der Unterstützungspartner zählen.