BMW bringt 2028 einen kompakten Elektro-Hatchback auf den Markt – den i1 auf der neuen Neue-Klasse-Plattform. Das Modell soll spürbar günstiger als der iX1 (ab rund 50.000 Euro) einsteigen und richtet sich an einen Markt, der Kompaktwagen nach wie vor braucht: Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien. Der aktuelle 1er der Generation F40 bleibt bis 2028 im Programm, bevor die Baureihe in zwei eigenständige Modelle aufgeteilt wird.
Technik und Format
Der i1 basiert auf der Neue-Klasse-Architektur, die BMW auch im künftigen i3-Sedan einsetzt – einem viertürigen Elektroauto der Mittelklasse, nicht zu verwechseln mit dem bisherigen i3-Kleinwagen. Für den i1 setzt BMW auf einen kleineren Akku als den 108,7-kWh-Pack der größeren Neue-Klasse-Modelle. Laut BMWblog (Apr. 2025) wird eine Reichweite von rund 600 km nach WLTP (EU-Normzyklus) angepeilt. Die Plattform arbeitet mit einem 800-Volt-Bordnetz, das deutlich schneller lädt als herkömmliche 400-Volt-Systeme.
Das entscheidende Merkmal für das Segment: Heckantrieb. Kompakte Premium-Elektroautos setzen fast ausnahmslos auf Frontantrieb. BMW kehrt damit zu einer Eigenschaft zurück, die den 1er von 2002 bis 2012 auszeichnete. Anders als der originale i3 aus den Jahren 2013 bis 2022 – ein hochbeiniges Stadtauto mit eigenwilligem Karosseriestil – soll der i1 klassische, flache Hatchback-Proportionen bekommen. Ein dreitüriger Aufbau, der 2020 beim aktuellen 1er entfiel, ist laut InsideEVs (Mai 2026) ebenfalls möglich.
Positionierung und Wettbewerb
Der 1er verkaufte sich 2025 mehr als 100.000 Mal – Frankreich und Italien waren die stärksten Märkte. Angesichts weiter steigender CO₂-Vorgaben der EU braucht BMW ein erschwingliches Elektromodell in diesem Segment. Der aktuelle 1er startet in Deutschland bei rund 33.600 Euro; der i1 soll laut Autocar (März 2026) klar unter 45.000 Euro bleiben.
Die Konkurrenz schläft nicht: Der Audi A2 e-tron auf MEB-Basis soll noch Herbst 2026 debütieren, Mercedes arbeitet an einem überarbeiteten A-Klassen-Modell, und der Volvo EX30 drückt bereits ab rund 30.000 Euro ins Segment. BMW hat also wenig Zeit, um den i1 scharf zu kalkulieren.
Einen Nordamerika-Start plant BMW nicht. Der i1 ist ein dezidiert europäisches Produkt – konzipiert für Städte und Märkte, in denen Kompaktwagen den Alltag dominieren.