Mercedes-AMG hat den GT 4-Door Coupé als rein elektrisches Fahrzeug vorgestellt – und setzt dabei auf Leistungswerte, die bislang Hypercars vorbehalten waren. Der GT 63 leistet im Launch-Control-Modus 860 kW (1.153 PS) bei 2.000 Nm Drehmoment, der GT 55 kommt auf 600 kW (816 PS). Preislich startet die neue Generation bei €158.800 (GT 55) beziehungsweise €179.000 (GT 63), die Markteinführung im DACH-Raum ist für Q4 2026 geplant.
Antrieb, Reichweite und Laden
Das Herzstück beider Varianten bildet ein 106-kWh-Netto-Akku mit 800-Volt-Architektur (800-Volt-System, lädt schneller als die verbreitete 400-Volt-Technik). Drei Axialfluss-Motoren – eine Technologie aus der Formel-1-Batterieentwicklung in Zusammenarbeit mit dem Mercedes HPP-Werk in Brixworth – treiben alle vier Räder an. AMG nennt Beschleunigungswerte von 2,1 Sekunden auf 100 km/h mit rollout beziehungsweise 2,4 Sekunden ohne. Die Höchstgeschwindigkeit liegt mit Driver's Package bei 300 km/h.
Der WLTP-Normverbrauch (EU-Reichweitenprüfstandard) ergibt bis zu 700 km im GT 55 und bis zu 696 km im GT 63. Die DC-Schnellladung mit bis zu 600 kW lädt den Akku in elf Minuten von 10 auf 80 Prozent; in zehn Minuten lassen sich laut Hersteller über 460 km WLTP-Reichweite nachladen. Beide Versionen wiegen 2.460 kg – ein klassischer Wermutstropfen großer Elektrolimousinen.
DACH-Markt: Keine Förderung, aber steuerliche Vorteile
Den Umweltbonus gibt es seit dem 17. Dezember 2023 nicht mehr, und bei einem Einstiegspreis weit oberhalb der früheren Fördergrenzen wäre er für dieses Fahrzeug ohnehin irrelevant gewesen. Relevant bleibt hingegen die Dienstwagen-Besteuerung: Als Elektrofahrzeug mit einem Listenpreis über €70.000 gilt der pauschale geldwerte Vorteil von 0,5 Prozent monatlich – gegenüber dem vollen Prozentsatz bei Verbrennern. Hinzu kommt die zehnjährige Kfz-Steuer-Befreiung für reine Elektrofahrzeuge.
Im Luxus-Performance-Segment trifft der neue AMG direkt auf Porsche Taycan Turbo GT und Audi e-tron GT RS. AMG positioniert sich dabei über die nachhaltige Leistungsabgabe: Der Hersteller gibt an, die maximale Systemleistung lasse sich 63 Sekunden lang ohne thermisches Drosseln abrufen – ein indirekter Seitenhieb auf Kritik am Wärmemanagement des Taycan unter wiederholter Hochlastbeanspruchung.
Innenraum, Klangsimulation und Produktion
Das Cockpit erhält drei Bildschirme: 14 Zoll zentral, 10,2 Zoll Fahrerdisplay und 14 Zoll für den Beifahrer. Das Panoramadach „Sky Control" ermöglicht Farbwechsel, Carbon-Applikationen und eine aufwändige Ambientebeleuchtung prägen die Atmosphäre. Wer den Verbrennungs-AMG vermisst, bekommt mit dem System AMGFORCE S+ eine simulierte V8-Klangkulisse, haptisches Feedback und virtuelle Gangwechsel.
Die Serienproduktion beginnt Sommer 2026 im Werk Sindelfingen. Bestellbücher sollen laut Mercedes in Kürze öffnen – ein genaues Datum steht noch aus. Unabhängige Verbrauchstests zur WLTP-Praxisabweichung und zur Dauerhaltbarkeit der Axialfluss-Motoren – erstmals in einem Serienfahrzeug verbaut – liegen bislang nicht vor, laut electrive.