CEO Gernot Döllner nannte eine R8-Neuauflage auf Basis des Lamborghini Temerario eine „gute Idee" – ein Signal, dass die VW-Gruppe ihren Kurs weg von der Vollelelektrifizierung auch im Supersportwagen-Segment korrigiert.

Audi-Chef Gernot Döllner hat erstmals öffentlich eine Rückkehr des R8 angedeutet – und zwar als Plug-in-Hybrid auf Basis des Lamborghini Temerario. Bei der Präsentation des neuen RS 5 in Österreich lobte Döllner den neuen Temerario-V8 auffällig detailliert, bevor er die direkte Frage nach einem dritten R8 mit den Worten „gute Idee" und einem Lachen beantwortete. Eine offizielle Bestätigung ist das nicht, aber für einen Konzernchef ist es alles andere als ein Dementi – berichtet The Drive.

Temerario-Technik als Fundament

Der Lamborghini Temerario kombiniert einen 4,0-Liter-Biturbo-V8 mit drei Elektromotoren zu einem Systemantrieb von 907 PS (670 kW) – der V8 dreht dabei bis 10.000 U/min. Den Sprint von 0 auf 100 km/h absolviert der Temerario in 2,7 Sekunden. Eine R8-Variante würde laut Berichten auf derselben Mittelmotorplattform aufbauen, wobei eine geringfügige Leistungsanpassung gegenüber dem Lamborghini denkbar ist – konkrete Daten liegen noch nicht vor.

Das Muster ist für Audi nicht neu: Der erste R8 teilte sich die Basis mit dem Gallardo, der zweite mit dem Huracán. Ein dritter R8 auf Temerario-Plattform wäre die konsequente Fortsetzung dieser Strategie – ohne dass Audi eine komplett eigene Supersportwagen-Architektur finanzieren müsste.

VW-Strategie-Pivot zugunsten von Verbrenner und Hybrid

Der Hintergrund dieser Andeutung ist ebenso bedeutsam wie das Signal selbst. Die VW-Gruppe rückt erkennbar vom ursprünglichen Plan einer vollständigen Elektrifizierung bis 2033 ab. Stattdessen setzt der Konzern verstärkt auf flexible Antriebsinvestitionen – der kommende RS 5 mit Plug-in-Hybrid-V6 gilt als früher Beleg dieses Kurswechsels, so Automobilwoche.

Für den Produktionsstandort Neckarsulm, wo der R8 bis Anfang 2024 gebaut wurde, wäre eine Rückkehr des Modells auch industriepolitisch relevant: Sie würde Arbeitsplätze und Verbrenner-Engineering-Know-how in Baden-Württemberg sichern – ein Aspekt, der angesichts der Bedenken der IG Metall nicht zu unterschätzen ist.

Kein Elektro-Flaggschiff, sondern ein Halo-Car mit Sound

Parallel entwickelt Audi einen vollelektrischen Sportwagen auf Porsche-Basis, der 2026 debütieren soll. Döllner machte jedoch deutlich, dass dieses Fahrzeug nicht als sportliches Flaggschiff der Marke gedacht ist. Ein echter Halo-Car von Audi Sport, so das Signal des Konzernchefs, soll klingen, einen Verbrennungsmotor haben und Emotionen wecken, die über Beschleunigungswerte hinausgehen.

Ein Serienstart des neuen R8 wird für 2027 kolportiert – laut Motor1 bisher ohne offizielle Bestätigung durch Audi. Preise und Marktspezifikationen für Deutschland, Österreich und die Schweiz sind nicht bekannt.