BYD schickt seine Premium-Submarke Denza mit einem konkreten Leistungsversprechen nach Deutschland: Der Z9GT – ein elektrischer Kombi (Wagon) in der Oberklasse – soll dank 1.500-kW-Flash-Charging den Ladevorgang an eine Tankstelle annähern. Ab April 2026 sind Bestellungen hierzulande möglich, der Einstiegspreis liegt bei €115.000 inklusive 19 % Mehrwertsteuer. Die WLTP-Reichweite (EU-Teststandard) beträgt offiziell 599 km.
Ladetechnik im Detail
Unter Normalbedingungen lädt der Z9GT laut BYD von 10 % auf 70 % in rund fünf Minuten; von 10 % auf 97 % in unter zehn Minuten. Warum 97 % und nicht 100 %? BYD erklärt, der verbleibende 3-%-Puffer halte die Rekuperationsbremse nach dem Schnellladezyklus funktionsfähig – ist der Akku voll, gibt es keinen Spielraum mehr für Energierückgewinnung.
Kältetest bei −30 °C
BYD ließ den Z9GT 24 Stunden bei etwa −30 °C stehen und schloss ihn anschließend an einen Flash Charger an. Das Ergebnis laut Hersteller: von 20 % auf 97 % in zwölf Minuten. Die Blade Battery 2.0 – zweite Generation der hauseigenen Lithium-Eisenphosphat-Zelle (LFP) – soll gegenüber dem Vorgänger eine um 5 % höhere Energiedichte und 2,5 % geringere Kapazitätsdegradation bieten. Nach dem Test zeigte das Display eine Restreichweite von rund 1.009 km – dieser Wert basiert jedoch auf dem chinesischen CLTC-Zyklus, der erfahrungsgemäß optimistischer ausfällt als reale Autobahnbedingungen. Zum Vergleich: Die offizielle WLTP-Angabe liegt bei 599 km.
Als Einordnung: Der Mercedes-AMG GT EV akzeptiert bis zu 600 kW und lädt von 10 % auf 80 % bei optimalen Bedingungen in rund elf Minuten. Lucid Gravity erreichte in unabhängigen Tests 0 % auf 50 % in 12,5 Minuten.
Marktstart und Rahmenbedingungen in Deutschland
Der Z9GT positioniert sich preislich direkt neben dem Porsche Taycan Sport Turismo (ab €116.400). Der staatliche Umweltbonus entfällt seit Dezember 2023. Als Dienstwagen greift die günstige 0,25-%-Versteuerung nur für Elektrofahrzeuge mit einem Listenpreis bis €70.000 – der Z9GT liegt deutlich darüber. Positiv: Neuzulassungen profitieren weiterhin von der zehnjährigen Kfz-Steuerbefreiung.
Die Ladeinfrastruktur bleibt das offene Fragezeichen. Flash Charger mit 1.500 kW sind bislang kaum verbreitet; das geplante Händlernetz umfasst 60 Standorte – laut Electrive vor allem in Ballungsräumen. Das öffentliche CCS2-Netz bleibt vorerst die praktische Alltagsoption. Für Bestelldetails und WLTP-Endwerte verweist Electrek auf den offiziellen Marktstart.