Ein italienisches Designbüro hat im Mai 2026 ein ungewöhnliches Konzeptfahrzeug vorgestellt: Der Malya-Kompakt-Crossover verbindet einen vollelektrischen Antrieb mit einem optionalen Range-Extender – einem Reichweitenverlängerer –, der mit Biomethan oder Erdgas betrieben wird. Konkrete Serienplanungen oder Markttermine gibt es bislang nicht.
Karosserie und Fertigung
Der Malya misst weniger als vier Meter und bietet Platz für bis zu fünf Personen. Hinter dem Konzept stehen Umberto Palermo Design, der Branchenverband Federmetano sowie das auf Elektroantriebe spezialisierte Unternehmen Reinova.
Besonders auffällig ist der Fertigungsansatz: Die Konstruktion basiert auf einem Stahlrohrrahmen, Aluminium-Strangpressprofilen und gebogenen Aluminiumblechen. Aufwendige Presswerkzeuge, wie sie in der Großserienfertigung üblich sind, sollen damit weitgehend entfallen. Die Entwickler bezeichnen dieses Prinzip als „Nanofabrik"-Modell – eine flexible, kostengünstigere Alternative zum klassischen Gigafabrik-Ansatz großer Hersteller.
Biomethan als Generator, nicht als Direktantrieb
Die Basisversion des Malya ist ein reines Elektrofahrzeug. In der optionalen Range-Extender-Konfiguration treibt ein Verbrennungsmotor die Räder nicht direkt an, sondern arbeitet ausschließlich als Generator, der während der Fahrt die Batterie nachlädt – ein sogenanntes serielles Hybridkonzept.
Als Kraftstoff soll Biomethan oder herkömmliches Erdgas dienen. Federmetano verweist dabei auf Italiens eines der dichtesten CNG- und Biomethan-Tankstellennetze in Europa. Reinova übernimmt die Entwicklung von Antriebselektronik, Steuerungssoftware und der Systemarchitektur.
Eingeschränkte Relevanz für den DACH-Markt
Batterieleistung, elektrische Reichweite, Ladezeiten, Gewicht und Beschleunigungswerte hat das Team bislang nicht veröffentlicht. Auch zum Hubraum des Range-Extender-Aggregats oder zur Tankgröße fehlen Angaben.
Für Deutschland, Österreich und die Schweiz ist der Malya derzeit ohne praktische Bedeutung: Eine Biomethan-Infrastruktur für Pkw ist hierzulande kaum vorhanden – entsprechende Initiativen konzentrieren sich auf schwere Nutzfahrzeuge und Busse. Weder eine Produktionsstätte in der DACH-Region noch ein Vertriebsplan wurden angekündigt.
Das Projekt versteht sich nach eigenen Angaben als „technologieneutrale Plattform" für alternative Antriebskonzepte und lokale Kleinserienfertigung. Bis ein serienreifes Fahrzeug daraus wird, dürfte noch viel Zeit vergehen.