Der Rolls-Royce Spectre bekommt eine Series-II-Überarbeitung – und wer auf ein grundlegend neues Fahrzeug hofft, wird enttäuscht. Äußerlich bleibt das elektrische Coupé nahezu unverändert. Die relevanten Neuerungen stecken unter der Haube und im Interieur: 630 Kilometer nach dem europäischen Normverbrauchszyklus WLTP sowie ein neues Bambusfaser-Gewebe, das Rolls-Royce erstmals für den Spectre anbietet. Wer jetzt bestellen möchte, muss sich noch gedulden – offizielle Preise oder ein Liefertermin für den DACH-Markt stehen bislang aus.
Antrieb, Reichweite und Laden
Der 112-kWh-Akku ermöglicht nach Herstellerangaben eine WLTP-Reichweite von rund 630 Kilometern – ein Zuwachs von etwa 18 Prozent gegenüber dem Vorgänger (517 km WLTP). Das Basismodell leistet unverändert 430 kW / 584 PS und 900 Nm Drehmoment; die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf 250 km/h begrenzt. Die Black-Badge-Variante legt spürbar zu: 500 kW / 680 PS und 1.100 Nm stehen nun im Datenblatt.
Was der Series II nicht mitbringt, ist ein Wechsel auf eine 800-Volt-Architektur, die beim Laden schneller ist als das verbreitetere 400-Volt-System. Rolls-Royce teilt die Plattform mit dem BMW i7, der trotz jüngster Modellpflege ebenfalls auf 400 Volt setzt und maximal 250 kW Ladeleistung erreicht. Für den Spectre gilt laut BMW Blog dasselbe – Schnellladesessions dauern damit länger als bei vergleichbaren Hochvolt-Konkurrenten. In Europa kommt der europäische Ladestecker-Standard CCS2 zum Einsatz; ein NACS-Anschluss ist ausschließlich für das US-Modell ab 2027 vorgesehen.
Interieur und DACH-Perspektive
Für die Kundschaft im Ultra-Luxury-Segment stehen Personalisierung und Materialqualität im Vordergrund, nicht Ladekurven. Rolls-Royce trägt dem Rechnung und rückt das neue Duality-Twill-Gewebe in den Mittelpunkt der Series-II-Kommunikation. Die Viscose-Bambusfaser soll erstmals im Spectre verfügbar sein; als Inspirationsquelle nennt das Unternehmen den Bambusgarten Jardin des Méditerranées an der Côte d'Azur – unweit der ehemaligen Winterresidenz von Mitgründer Henry Royce.
Das Leergewicht liegt bei rund 2,9 Tonnen. Einen größeren Eindruck auf Kaufentscheidungen dürfte jedoch der Preis machen: Der Vorgänger kostete in Deutschland rund 390.000 Euro. Der Series II dürfte teurer werden – eine offizielle Preisliste für den DACH-Markt existiert noch nicht. Da der Listenpreis weit über der 70.000-Euro-Grenze liegt, greift die steuerlich günstige 0,25-Prozent-Dienstwagen-Regel für Elektrofahrzeuge nicht. Bundesförderung gibt es seit Dezember 2023 ohnehin nicht mehr; in Österreich ist der e-Mobilitätsbonus auf Fahrzeuge bis 60.000 Euro Nettopreis begrenzt – für den Spectre damit irrelevant. Händlerstart und Auslieferungstermin für Deutschland, Österreich und die Schweiz hat Rolls-Royce bislang nicht kommuniziert; Nordamerika soll laut AutoEvolution spätestens im Spätsommer 2026 beliefert werden.