Der österreichische Elektronikhersteller C Seed hat in Kooperation mit Bugatti den faltbaren MicroLED-Fernseher N1 vorgestellt. Das Gerät entfaltet sich in 45 Sekunden zu einem 110 oder 137 Zoll großen Bildschirm. Gefertigt wird der N1 in Tirol – ein seltener Fall, in dem österreichische Fertigungstiefe auf Ultra-Luxus-Unterhaltungselektronik trifft.
Skulptur tagsüber, Kino abends
Im ausgeschalteten Zustand verschwindet der N1 in einem massiven Möbelblock mit fließenden Linien und dem markentypischen C-förmigen Designelement, das der Bugatti-Designsprache entlehnt ist. Konkret orientiert sich die Formensprache am Bugatti Tourbillon, dem 2024 vorgestellten Hypercar-Flaggschiff der Marke. Die Idee dahinter ist schlicht: Der Fernseher soll nicht als großes schwarzes Rechteck im Raum wirken, sondern sich vollständig als Möbelstück einfügen.
Auf Knopfdruck fährt der Bildschirm über einen mehrstufigen Zentralmechanismus aus dem Gehäuse – der gesamte Vorgang dauert rund 45 Sekunden. Anschließend lässt sich der Bildschirm um bis zu 180 Grad rotieren, um ihn an verschiedene Raumaufteilungen oder Sitzbereiche anzupassen. Ähnliche Klappmechanismen hat C Seed bereits in früheren Kollaborationen eingesetzt, etwa beim gemeinsam mit Porsche Design entwickelten Modell M1.
MicroLED, Adaptive Gap Calibration und Wisdom Audio
Technologisch setzt der N1 auf eine 4K-MicroLED-Platte mit HDR10+-Unterstützung. MicroLED-Panels verzichten auf klassische Hintergrundbeleuchtung und erreichen dadurch hohe Helligkeit und Kontrast bei sehr großen Diagonalen – ohne die Blutungsprobleme von OLED. Da der N1 aus mehreren Segmenten zusammengesetzt ist, kommt die hauseigene „Adaptive Gap Calibration" zum Einsatz: Das System minimiert die Sichtbarkeit der Übergänge zwischen den Panelabschnitten.
Das Audiosystem stammt von Wisdom Audio und ist direkt ins Gehäuse integriert. Die Lautsprecher fahren beim Einschalten aus und ziehen sich beim Ausschalten wieder zurück.
Preis und Verfügbarkeit
Einen offiziellen Verkaufspreis hat C Seed noch nicht kommuniziert. Auf Basis früherer Modelle – der Porsche-Design-Kollaboration M1 wurde je nach Bildschirmgröße für rund 400.000 US-Dollar angeboten – dürfte der N1 bei mindestens 190.000 US-Dollar (110 Zoll) beginnen. Ein EUR-Preis inklusive 19 % MwSt für Deutschland sowie separate Konditionen für Österreich und die Schweiz sind bisher nicht bekannt. Lieferzeiten werden ab Bestellung mit etwa sechs Monaten angegeben.
Der Vertrieb erfolgt weltweit über ausgewählte Luxus-Integratoren und Fachhändler. Trotz der Tiroler Fertigung ist eine bevorzugte DACH-Markteinführung oder ein regionales Händlernetz bisher nicht angekündigt worden – laut Bugatti Newsroom wird der N1 global über ausgewählte Partner vertrieben.