Der Nissan N7 soll unter dem legendären Primera-Namen exportiert werden – auch nach Europa. Für den DACH-Markt fehlen Preis, Termin und Zoll-Aufschlag noch vollständig.

Nissan belebt den Primera-Namen wieder – diesmal als Elektro-Sedan aus chinesischer Fertigung. Der im April 2025 in China gestartete N7, ein Gemeinschaftsprodukt des Dongfeng-Nissan-Joint-Ventures, soll laut einer Ankündigung vom Juni 2025 weltweit exportiert werden. Innerhalb der ersten 50 Tage gingen in China über 17.000 Bestellungen ein. Wann und zu welchem Preis das Modell nach Deutschland, Österreich oder in die Schweiz kommt, ist bislang offen.

Antrieb, Reichweite und Technik

Der N7 basiert auf der neuen Tianyan-Plattform und ist als reines Elektroauto konzipiert. Zwei Batterievarianten stehen zur Wahl: Die Basisversion kombiniert einen 160 kW (215 PS) starken Frontantrieb mit einem 58-kWh-LFP-Akku. Die Topversion leistet 197 kW (268 PS) und nutzt einen 73-kWh-LFP-Akku. Die Herstellerangaben zur Reichweite beruhen auf dem chinesischen CLTC-Testzyklus: rund 510 km (Basis) bzw. 635 km (Top). Übertragen auf den europäischen WLTP-Zyklus ergäben sich schätzungsweise 430 bzw. 540 km – eine offizielle WLTP-Zertifizierung liegt noch nicht vor.

Der Nissan N7 bildet die technische Basis für den Primera-Export – Länge 4.930 mm, Radstand 2.915 mm.

Das Fahrzeug misst 4.930 mm in der Länge bei einem Radstand von 2.915 mm – damit übertrifft es eine Toyota Camry. Das Interieur setzt auf einen Snapdragon-8295P-Prozessor für das Cockpit; das Fahrassistenzsystem wurde gemeinsam mit dem KI-Unternehmen Momenta entwickelt und entspricht Level 2 Fahrassistenz.

Preise, Zölle und DACH-Verfügbarkeit

In China kostet der N7 zwischen umgerechnet rund 16.000 und 20.000 Euro – noch ohne die EU-Ausgleichszölle (CVD), die die EU-Kommission auf in China gefertigte Elektroautos erhebt. Für Nissan-Modelle aus dem Dongfeng-JV gilt derzeit ein CVD-Zusatzzoll von 23,0 Prozent. Wie viel davon an Käufer weitergegeben wird, ist unbekannt. Einen offiziellen Einstiegspreis in Euro inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer für Deutschland hat Nissan nicht genannt. Für Österreich (e-Mobilitätsbonus 5.000 Euro) und die Schweiz (kein Bundesbonus) gelten separate Rahmenbedingungen, die ebenfalls noch nicht adressiert wurden.

Ungeklärt ist auch, ob der N7 für Europa mit dem CCS2-Ladestecker-Standard ausgestattet wird – in China verwendete Stecker sind mit europäischer Ladeinfrastruktur nicht kompatibel.

Strategie und Hintergrund

Der Primera-Neustart ist Teil einer größeren Kurskorrektur: Nissan-CEO Ivan Espinosa bestätigte gegenüber Yahoo Finance / Reuters, dass der Konzern chinesische Plattformen für künftige Europa-Elektroautos nutzen will, um Entwicklungskosten zu senken und die Entwicklungszeit von 54 auf 37 Monate zu verkürzen. Hintergrund ist Nissans schwache Position im chinesischen Markt: JV-Marken kamen im März 2025 nur noch auf einen Anteil von 6 Prozent bei Elektrofahrzeugen, während lokale Anbieter 72 Prozent hielten.

Ein konkreter DACH-Marktstart, ein bestätigter Händlertermin oder ein zollinklusive Listenpreis existieren derzeit nicht.