GR Gazoo Racing zeigte beim Super-Taikyu-Rennen in Japan zwei radikale Camry-Prototypen mit insgesamt rund 515 kW. Für den europäischen Markt bleibt das Fahrzeug irrelevant – Toyota verkauft den Camry in Deutschland, Österreich und der Schweiz gar nicht.

Beim japanischen Langstreckenrennen Super Taikyu in Fuji hat GR Gazoo Racing einen Camry-Prototyp mit zwei Turbo-Motoren und Allradantrieb vorgestellt, der zusammen rund 515 kW (700 PS) leistet. Der Wagen ist ein reines Rennlabor ohne Serienabsicht. Weil Toyota den Camry in Europa nicht anbietet, bleibt das Projekt für den Markt in Deutschland, Österreich und der Schweiz eine technische Kuriosität – kaum mehr.

Zwei Motoren, zwei Achsen, kein Serienplan

Der spektakulärere der beiden Prototypen stammt direkt von Gazoo Racing. Die Ingenieure entfernten den Serientriebstrang und platzierten vorne den bekannten 1,6-Liter-Dreizylinderturbo G16E-GTS mit rund 221 kW (300 PS), derselbe Motor, der auch im GR Yaris und im Lexus LBX Morizo RR arbeitet. Hinten sitzt ein neuer 2,0-Liter-Vierzylinderturbo namens G20E, der auf etwa 294 kW (400 PS) ausgelegt ist und die Hinterachse antreibt.

Der G20E befindet sich noch in der Entwicklung und soll laut Motor1 (Jun 2026) in künftigen GR-Sportmodellen zum Einsatz kommen – welche und wann, steht offen. Die Kombination beider Aggregate ergibt ein technisch ungewöhnliches Konzept: zwei getrennte Motoren für je eine Achse, ohne mechanische Verbindung zwischen Vorder- und Hinterachse. Eine Serienumsetzung ist nicht vorgesehen.

Zweiter Prototyp: Hinterradantrieb und Schaltgetriebe

Toyota Racing – eine separate Abteilung – zeigte einen weiteren Camry-Umbau. Auch hier kommt der neue 2,0-Liter-Turbo G20E zum Einsatz, diesmal jedoch allein und mit Hinterradantrieb sowie einem manuellen Getriebe. Den Innenraum gestalteten die Techniker im Stil der japanischen Bōsōzoku-Subkultur, mit ungewöhnlichen Verkleidungselementen und dekorativen Details, die mit Serienprodukten nichts gemein haben.

Beide Fahrzeuge wurden ausschließlich für die Super-Taikyu-Präsentation gebaut – laut Autoblog (Jun 2026) ohne jegliche Produktionspläne.

Was bleibt für Europa?

Der Toyota Camry wird in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht verkauft. Das Mittelklasse-Segment – hierzulande dominiert von VW Passat, Audi A4, BMW 3er und Mercedes-Benz C-Klasse – ist für Toyota mit anderen Modellen besetzt. Beide Prototypen sind zudem straßenrechtlich nicht zulassungsfähig und bleiben auf die japanische Rennserie beschränkt.

Relevant bleibt einzig der G16E-GTS: Den 1,6-Liter-Turbo gibt es im GR Yaris, der in DACH regulär erhältlich ist. Die im Camry-Prototyp gezeigte Zweimotor-Abstimmung auf 221 kW ist jedoch eine rennspezifische Modifikation, die mit dem Serienstand nichts zu tun hat.