Tesla hat das Supercharger-Netz in Deutschland vollständig auf die aktuelle Ladetechnik umgestellt. Alle 250 Standorte arbeiten nun mit V3- oder V4-Ladestationen, die jeweils bis zu 250 kW beziehungsweise 350 kW Gleichstrom liefern. Wer derzeit auf britischen oder amerikanischen Social-Media-Kanälen Berichte über Staubsauger und Luftkompressoren an Tesla-Stationen sieht, muss wissen: Solche Extras gibt es im DACH-Netz bislang nicht.
Netzausbau und Ladetechnik
Laut electrive.net (2025) hat Tesla im März 2025 den letzten Schritt abgeschlossen: 69 ältere V2-Standorte mit insgesamt 640 Ladepunkten wurden auf V4 aufgerüstet. Seitdem existiert kein V2-Gerät mehr im deutschen Netz. V4-Stationen bieten dank CCS2 (europäischer Ladestecker-Standard) auch Fremdmarken einen direkten Zugang ohne Adapter.
Die V4-Hardware leistet bis zu 350 kW, doch das tatsächliche Ladetempo hängt vom Fahrzeug ab. Ein Model 3 oder Model Y nimmt in der Praxis maximal rund 250 kW auf. Den theoretischen Spitzenwert von 350 kW erreichen derzeit nur Fahrzeuge mit passendem Hochvolt-Bordnetz – im europäischen Markt eine Ausnahme.
Selektiv ausgerollt wurden V4-Stationen mit Solarüberdachung und Ruhebereich, insbesondere in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Weitere Details zu Ausstattungsstandards dieser Standorte hat Tesla nicht öffentlich kommuniziert.
Preise und Netzzugang
98 Prozent des deutschen Supercharger-Netzes stehen inzwischen auch für Fahrzeuge anderer Hersteller offen. Die Preisgestaltung unterscheidet sich jedoch je nach Fahrzeug: Tesla-Besitzer zahlen zwischen 0,38 und 0,46 Euro pro kWh, während Fremdmarken-Fahrer mit 0,50 bis 0,62 Euro pro kWh rechnen müssen. Die genauen Tarife variieren je nach Standort und Tageszeit – Elektronik-Zeit (2026) dokumentiert die Preisstruktur detailliert.
In Österreich gelten vergleichbare Euro-Tarife; in der Schweiz wird in Schweizer Franken abgerechnet. Beide Märkte folgen technisch derselben V3/V4-Roadmap wie Deutschland.
Servicehubs: Pilotprojekte bleiben vorerst anderswo
In Großbritannien wurde an einem V4-Standort erstmals ein Staubsauger neben den Ladesäulen aufgestellt. In Australien, etwa in Goulburn, sind bereits Luftkompressoren zum Reifenaufpumpen im Einsatz. Tesla erprobt damit laut öffentlich zugänglichen Informationen ein erweitertes Servicekonzept – ähnlich dem Tesla Diner in Hollywood mit Restaurant und Drive-in-Kino.
Für Deutschland, Österreich und die Schweiz gibt es bislang keine angekündigten Pläne für vergleichbare Zusatzdienste. Die DACH-Strategie konzentriert sich erkennbar auf Ladegeschwindigkeit, Netzabdeckung und die weitere Öffnung für Fremdmarken. Wann – oder ob – Serviceleistungen wie Fahrzeugreinigung den Weg nach Mitteleuropa finden, hat Tesla nicht kommuniziert.