Stellantis plant eine Sonderserie der Pandina im Retro-Look – angeblich um die schlafende Marke Autobianchi markenrechtlich zu sichern, bevor sie einem Elektro-Nachfolger weicht.

Fiat arbeitet angeblich an einer Sonderedition namens Pandina Tributo Autobianchi – und der Anlass dahinter ist weniger romantisch als der Name vermuten lässt. Laut Spionagefotos des italienischen Fachmagazins Quattroruote trägt ein getarnter Prototyp den Schriftzug „Tributo Autobianchi" an den hinteren Türen. Damit würde Stellantis einen seit 1995 inaktiven Markennamen erstmals wieder auf einem Serienfahrzeug einsetzen – mit handfestem juristischem Grund.

Design und Ausstattung

Als Basis dient offenbar die Pandina Cross, die robustere Variante mit Kunststoff-Karosserieschutz. Erkennbar soll die Sonderedition durch eine braun-beige Lackierung werden, die an die Farbwelt klassischer Autobianchi-Modelle wie den A112 erinnert. Neue Leichtmetallfelgen sowie überarbeitete Frontstoßfänger-Details sind ebenfalls geplant, ebenso Innenraumelemente im Retrostil mit neuen Bezugsmaterialien – die Quellen nennen Samt als möglichen Akzent.

Technisch ändert sich nichts: Die Pandina Tributo Autobianchi bleibt beim bekannten 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner mit 51 kW (70 PS) und Mild-Hybrid-Unterstützung (12-Volt-System, das den Verbrennungsmotor beim Anfahren entlastet). Geschaltet wird über ein 6-Gang-Schaltgetriebe. Der kombinierte Verbrauch liegt nach WLTP-Normzyklus zwischen 5,0 und 5,2 l/100 km.

Der getarnte Prototyp der Fiat Pandina Tributo Autobianchi zeigt den namensgebenden Schriftzug an den hinteren Türen – die Basis bildet die Pandina Cross.

Markenrecht als eigentlicher Treiber

Der Kern der Geschichte liegt im europäischen Markenrecht. Sowohl das EUIPO (Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum) als auch das italienische Markenamt kennen eine Fünf-Jahres-Nichtbenutzungsregel: Wer eine Marke nicht aktiv für ein Serienprodukt nutzt, riskiert deren Löschung. Autobianchi ist seit der Einstellung 1995 unangetastet – und damit potenziell angreifbar, wie Carscoops berichtet.

Eine Pandina mit Autobianchi-Schriftzug würde die Nutzungspflicht erfüllen und das Markenportfolio sichern. Hintergrund: Stellantis entwickelt gemeinsam mit dem chinesischen Partner Leapmotor neue Stadtstromer. Historische Namen wie Autobianchi oder Innocenti könnten dabei als Submarken dienen. Vor einigen Jahren gab es Berichte, dass die italienische Regierung erwog, ungenutzte Stellantis-Marken an chinesische Hersteller abzutreten – eine aktive Nutzung macht dieses Szenario weniger wahrscheinlich.

Preise und Marktaussichten

Die reguläre Fiat Pandina kostet in Deutschland ab 16.490 Euro (UVP inkl. 19 % MwSt.) in der Einstiegsversion POP, laut Stellantis Media DE. Die Cross-Variante liegt bei rund 21.000 Euro. Für die Tributo-Sonderedition gibt es bisher weder einen deutschen Markttermin noch einen bestätigten Preis.

Realistisch erscheint ein Launch in der zweiten Hälfte 2026 oder Anfang 2027 – als Abschlussvariante vor dem elektrischen Nachfolger. Im Segment konkurriert die Pandina mit Dacia Sandero, Citroën C3 und Hyundai i10, die alle unter 16.000 Euro starten. Ob der Autobianchi-Name in Deutschland emotionale Kaufimpulse auslöst, darf bezweifelt werden: Die Marke verschwand vor gut drei Jahrzehnten, lange bevor die heutige Hauptkäufergruppe ihren ersten Führerschein machte. Offiziell bestätigt ist die Edition bislang nicht – Fiat und Stellantis haben sich noch nicht geäußert.