Der C 400 4MATIC elektrisch ist seit Mai 2026 bestellbar – gebaut wird er in Kecskemét, wo Mercedes mit 70 Prozent niedrigeren Kosten als in Deutschland produziert.

Mercedes-Benz bringt die elektrische C-Klasse zu einem Listenpreis von 67.711 Euro (inkl. 19 % MwSt.) auf den deutschen Markt. Der C 400 4MATIC elektrisch ist seit dem 6. Mai 2026 bestellbar und erreicht laut europäischem Normverbrauchszyklus (WLTP) bis zu 762 km Reichweite. Gebaut wird er nicht in Sindelfingen oder Bremen, sondern im ungarischen Kecskemét – mit Produktionskosten, die rund 70 Prozent unter deutschem Niveau liegen.

Antrieb, Reichweite und Laden

Der C 400 4MATIC elektrisch nutzt ein 800-Volt-Bordnetz, das schneller lädt als das verbreitetere 400-Volt-System. An einer DC-Schnellladestation mit bis zu 330 kW lassen sich in zehn Minuten rund 325 km Reichweite nachladen – über den europäischen Ladestecker-Standard CCS2. Der 94-kWh-Akku (netto) ermöglicht einen WLTP-Verbrauch von 14,1 bis 18,5 kWh/100 km. Eine günstigere Heckantriebsvariante mit rund 800 km WLTP-Reichweite und einem Einstiegspreis unter 60.000 Euro ist für 2027 angekündigt, ein genauer Starttermin steht noch aus.

Zum Vergleich: Der Plug-in-Hybrid C 400e kostet in Deutschland ab 73.429 Euro – der reine Stromer liegt damit knapp 5.700 Euro darunter, laut Auto Zeitung.

Kecskemét: Größtes Wachstum im Mercedes-Netzwerk

Mercedes hat in den vergangenen vier Jahren rund eine Milliarde Euro in den ungarischen Standort investiert. Die Fläche verdoppelte sich auf 440 Hektar – Kecskemét ist damit das zweitgrößte Mercedes-Werk weltweit. Zwei neue Karosseriebau- und Montagegebäude, ein zweites Presswerk, eine neue Lackieranlage sowie eine eigene Batteriemontagelinie sind entstanden. Die Jahreskapazität beträgt bis zu 400.000 Fahrzeuge.

Auf dem Gelände erzeugen Fotovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 42,3 MW – darunter eine 240.000 Quadratmeter große Freiflächenanlage mit 27,4 MW – etwa 25 Prozent des jährlichen Strombedarfs. Die neue Lackieranlage verbraucht rund 20 Prozent weniger Energie als die Vorgängerlinie. Neben der E-C-Klasse soll das Werk künftig auch den kompakten G-Class elektrisch als Alleinstandort fertigen. Ein elektrischer GLC könnte folgen, falls das Bremer Werk an seine Kapazitätsgrenzen stößt, berichtet InsideEVs.

Preise, Förderung und Lieferzeiten

Der Bundesumweltbonus ist seit dem 17. Dezember 2023 eingestellt – eine direkte Kaufprämie gibt es nicht. Relevant bleibt die 0,25-Prozent-Dienstwagenregelung: Wer den C 400 4MATIC elektrisch als Firmenwagen nutzt, versteuert monatlich 0,25 Prozent des Bruttolistenpreises als geldwerten Vorteil, sofern der UVP 70.000 Euro nicht übersteigt. Mit 67.711 Euro liegt das Modell knapp darunter. Hinzu kommt die zehnjährige Kfz-Steuerbefreiung für reine Elektrofahrzeuge.

Auslieferungen beginnen voraussichtlich im September 2026. Wer jetzt bestellt, muss nach aktuellem Stand bis ins erste Quartal 2027 warten. Preise für Österreich und die Schweiz hat Mercedes bislang nicht offiziell kommuniziert.