Der neue Smart #2 soll mit 300 km WLTP-Reichweite und einem Wendekreis von 6,95 Metern das A-Segment der Elektroautos zurückgewinnen – Marktstart noch 2026.

Der Smart ForTwo prägte jahrelang das Bild kleiner Stadtautos – jetzt kehrt die Idee mit neuem Namen zurück. Smart zeigt den #2 als Serienmodell erstmals auf dem Pariser Autosalon im Oktober 2026, der Marktstart in Europa folgt noch im selben Jahr. Smart-Deutschland-Chef Wolfgang Ufer bezeichnete das Fahrzeug ausdrücklich als „idealen Zweisitzer für Deutschlands Großstädte" – ein klares Signal, welchen Markt der Hersteller als Priorität sieht, laut Electrive.

Technik und Abmessungen

Der #2 basiert auf der neu entwickelten Electric Compact Architecture (ECA), einer Plattform, die speziell für kompakte Elektrofahrzeuge ausgelegt wurde. Der Antrieb wird von einem 35,7-kWh-Akku gespeist, die angegebene Reichweite beträgt rund 300 km nach dem europäischen Normverbrauchszyklus (WLTP). Zum Vergleich: Das Vorgängermodell EQ ForTwo schaffte lediglich 135 km WLTP – der #2 verspricht also mehr als doppelt so viel.

Beim Schnellladen (Gleichstrom) soll der Akku von 10 auf 80 Prozent in weniger als 20 Minuten geladen werden. Ob der Ladeanschluss dem europäischen Standard CCS2 entspricht, hat Smart bislang nicht offiziell bestätigt – für ein EU-Modell gilt CCS2 jedoch als Standardvoraussetzung.

Die Karosserie misst 2.792 mm in der Länge, der Wendekreis liegt bei 6,95 Metern. Damit ist der #2 zwar 97 mm länger als der ForTwo der zweiten Generation, bleibt aber deutlich kompakter als der kommende VW ID.1, der mit über 3.880 mm Länge eine Klasse darüber angesiedelt ist.

Das Design der Serienversion zeigt gegenüber dem Konzept praxisgerechtere Anpassungen: klassische Außenspiegel statt Kameras, konventionelle Türgriffe und ein überarbeiteter Ladeanschluss-Deckel. Vorn gibt es eine neue Kühlermaske mit vertikalen Luftkanälen, hinten einen kleinen Spoiler und einen vereinfachten Stoßfänger.

Preise, Förderung und Marktstart

Einen offiziellen Preis in Euro hat Smart noch nicht kommuniziert. Britische Medien schätzen das Einstiegsniveau auf umgerechnet rund 23.000 bis 29.000 Euro – diese Angabe basiert jedoch auf inoffiziellen Quellen und ist nicht mit deutschen Marktpreisen gleichzusetzen.

Staatliche Kaufprämien gibt es nicht mehr: Der Umweltbonus wurde zum 17. Dezember 2023 eingestellt. Relevant bleibt hingegen die zehnjährige Kfz-Steuerbefreiung für Elektrofahrzeuge ab Erstzulassung. Liegt der Listenpreis unter 70.000 Euro, profitieren Dienstwagenfahrer zusätzlich von der 0,25-Prozent-Regelung – statt des üblichen 1-Prozent-Satzes wird dann nur ein Viertel davon als geldwerter Vorteil versteuert.

Das Fahrzeug wird vom Gemeinschaftsunternehmen aus Geely und Mercedes-Benz in China produziert, das Design stammt aus dem Mercedes-Benz-Designstudio. Auslieferungen in Deutschland werden voraussichtlich erst Anfang 2027 beginnen – konkrete Händlernetzdaten oder Allokationszahlen für den deutschen Markt stehen noch aus.