KBA-Kampagne 16790R betrifft 744.234 Fahrzeuge weltweit aus fast sechs Produktionsjahren. Der Starter wird kostenlos getauscht – doch die Serie an Rückrufen belastet Vertrauen und Gebrauchtwagenpreise.

BMW kämpft erneut mit seinem Starter. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat im Juli 2026 die Rückrufkampagne 16790R registriert: Weltweit sind 744.234 Fahrzeuge betroffen, davon rund 42.300 in Deutschland. Es ist bereits der dritte Rückruf innerhalb von zwölf Monaten, der sich um diesen Bauteilbereich dreht – und der bisher größte der Serie.

Ursache: Ablagerungen im Starter-Relais

Laut KBA entstanden bei der Fertigung der Starter technologische Abweichungen. Im Inneren des RWT-Starter-Relais können sich dadurch Ablagerungen bilden, die den elektrischen Widerstand erhöhen. In seltenen Fällen kann daraus ein Kurzschluss resultieren – mit Brandgefahr. Entscheidend für die Risikoeinschätzung: Die Gefahr besteht ausschließlich während des Motorstarts. Ein geparktes Fahrzeug, dessen Motor nicht gestartet wird, ist nach KBA-Angaben nicht gefährdet. Das unterscheidet diesen Rückruf vom Wassereintritts-Rückruf im September 2025, bei dem auch im Stand ein Brandrisiko bestand.

Betroffene Modelle und Produktionszeitraum

Das Produktionsfenster reicht vom 31. Juli 2020 bis zum 26. Februar 2026 – fast sechs Jahrzehnte Model­lausstattungen in einem einzigen Rückruf. Betroffen sind laut BimmerToday (20.07.2026) folgende Baureihen:

- BMW 3er, 4er, 5er, 6er, 7er - BMW X3, X4, X5, X6, X7 - BMW Z4 Roadster

Das Produktionsfenster ist erheblich breiter als beim Februar-Rückruf 2026 (damals rund 575.000 Fahrzeuge weltweit, Baujahre Juli 2020 bis Juli 2022). Wer unsicher ist, ob das eigene Fahrzeug betroffen ist, prüft die Fahrgestellnummer (VIN) auf der BMW-Rückruf-Website.

Kostenloser Starter-Tausch in der Vertragswerkstatt

Die Abhilfe ist einheitlich: Der Starter wird in allen autorisierten BMW-Vertragswerkstätten vollständig ausgetauscht – kostenlos für den Fahrzeughalter. Das KBA stuft die Kampagne als produktsicherheitsrelevant ein und überwacht deren Durchführung, wie Autohaus berichtet. In BMWs internem System läuft die Aktion unter den Codes 0012790600, 0012780600 und 0012770600.

Drei Rückrufe, zwölf Monate – und die Folgen für den Gebrauchtmarkt

Die Häufung ist bemerkenswert: Im September 2025 rief BMW in Deutschland rund 136.000 Fahrzeuge wegen Wassereintritts zurück, im Februar 2026 folgten etwa 28.500 Fahrzeuge wegen Magnetschalter-Verschleiß. Der aktuelle Juli-Rückruf mit 42.300 deutschen Fahrzeugen ist die dritte Massenkampagne in diesem Zyklus. Für Besitzer betroffener Gebrauchtfahrzeuge stellt sich die Frage nach dem Restwert: Eine Häufung sicherheitsrelevanter Rückrufe bei neueren Baujahren kann die Preisgestaltung auf dem Gebrauchtwagenmarkt belasten – konkrete Zahlen dazu liegen bislang nicht vor.