Jaguar Land Rover kündigt ein fünftes Mitglied der Range-Rover-Familie an – flaches Coupé-Silhouette, 800-Volt-Architektur, rein elektrisch zum Marktstart. DACH-Preise und Verfügbarkeit bleiben offen.

Jaguar Land Rover hat den Range Rover GT offiziell angekündigt – ein flaches, coupéartiges Fahrzeug, das als fünftes eigenständiges Modell in die Range-Rover-Familie einzieht. Der GT startet 2027 zunächst als reines Elektrofahrzeug, eine Hybridversion folgt zu einem späteren Zeitpunkt. Konkrete Preise, WLTP-Reichweiten oder DACH-Markttermine hat JLR bislang nicht veröffentlicht.

Plattform und Antrieb

Der Range Rover GT basiert auf der neuen EMA-Plattform (Electrified Modular Architecture), die JLR für verschiedene Antriebsarten ausgelegt hat. Zum Einsatz kommt ein 800-Volt-Bordnetz – das lädt schneller als das verbreitetere 400-Volt-System und ist im europäischen Schnellladenetz über den CCS2-Standard nutzbar. Unabhängige Quellen schätzen den Akku auf mehr als 100 kWh und die Reichweite auf rund 800 km, wobei der zugrundeliegende Messzyklus nicht angegeben wurde – eine WLTP-Zertifizierung liegt noch nicht vor. Als Antrieb gilt Allradantrieb mit zwei Elektromotoren als wahrscheinlich, offizielle Leistungsdaten fehlen jedoch noch. Die vollständige technische Enthüllung hat JLR bis Ende 2026 angekündigt.

Range Rover GT: Das flache Coupé-Silhouette markiert einen klaren Stilbruch innerhalb der Range-Rover-Familie.

Design und Innenraum

Das Karosseriekonzept bricht mit dem klassischen Hochbau-Prinzip der Range-Rover-Reihe: Der GT trägt eine deutlich niedrigere Dachlinie und ein langgezogenes Heck, das eher an einen großen Fließheck-Kombi erinnert als an einen konventionellen SUV. Vorne zitiert die schmale Lichtgrafik den Range Rover Sport, das Profil ist jedoch deutlich flacher gehalten. Konkurrenten wie der Polestar 4 oder der für 2027 angekündigte Jaguar Type 01 verfolgen ein ähnliches Konzept.

Innenraum des Range Rover GT mit breitem Infotainment-Bildschirm und freistehender Mittelkonsole.

Im Innenraum weicht JLR von der bisherigen Modellpalette ab: Das Lenkrad erhält breite horizontale Speichen mit integrierten Touch-Flächen, der Airbag sitzt unterhalb der Lenkradmitte. Fahrerseitig dominiert ein kompaktes Digitalcockpit, in der Mitte thront ein großer Infotainment-Bildschirm über einer freistehenden Mittelkonsole. Zum Start bietet der GT vier Sitzplätze; eine Version mit konventioneller Rückbank für fünf Personen soll nachfolgen.

Markt und Einordnung

Produziert wird der GT im JLR-Werk Halewood in England. Für den Preis kursieren Schätzungen von 75.000 bis über 100.000 britische Pfund – umgerechnet grob 90.000 bis 120.000 Euro netto, jedoch ohne offizielle Bestätigung. DACH-Preise inklusive 19 % MwSt. für Deutschland sind nicht kommuniziert. Da der erwartete Listenpreis weit über der 70.000-Euro-Grenze liegen dürfte, entfällt die vergünstigte 0,25-Prozent-Dienstwagenbesteuerung für Elektrofahrzeuge; die zehnjährige Kfz-Steuerbefreiung gilt unabhängig vom Preis. In Österreich besteht weiterhin ein e-Mobilitätsbonus von 5.000 Euro, in der Schweiz gibt es keinen Bundesbonus. Der Range Rover Velar bleibt laut JLR unverändert im Programm – der GT tritt als Ergänzung, nicht als Ersatz an.