Chinesische Automobilhersteller haben einen bemerkenswerten Platz auf dem Markt für Neuwagen in Großbritannien eingenommen. Im Jahr 2025 wird erwartet, dass Autos, die in China hergestellt werden, etwa 10 % aller neuen Pkw-Verkäufe im Land ausmachen werden.

Dies berichtet The Guardian unter Berufung auf den Analysten für den Elektromobilitätsmarkt Matthias Schmidt. Seinen Schätzungen zufolge werden die Gesamtverkäufe chinesischer Marken in Großbritannien am Jahresende 200.000 Autos überschreiten. Noch vor wenigen Jahren wurden solche Modelle als Nischenprodukte wahrgenommen, doch heute sind sie ein fester Bestandteil des Marktes geworden.

Den größten Beitrag zum Wachstum leisten die Marken MG, BYD und Chery. MG behält seine führende Position unter den chinesischen Marken bei und verkaufte 2025 über 70.000 Autos, was den Ergebnissen des Vorjahres entspricht. BYD hingegen hat seine Präsenz stark ausgebaut: Die Verkäufe dieser Marke stiegen von weniger als 9.000 im Jahr 2024 auf über 40.000 im Jahr 2025.

Auch andere Hersteller verzeichneten ein deutliches Wachstum. Jaecoo verkaufte über 20.000 Fahrzeuge, und Omoda kam diesem Wert nahe. Chery, Polestar und Leapmotor steigerten ebenfalls ihre Verkäufe in Großbritannien, wenn auch in geringerem Umfang als die Führenden.

Vor dem Hintergrund der Stärkung chinesischer Marken ging der Anteil japanischer Automobilhersteller auf dem britischen Markt in den letzten zwölf Monaten um fast einen Prozentpunkt zurück. Der Rückgang ist nicht abrupt, spiegelt jedoch einen gesamteuropäischen Trend wider.

The Guardian stellt fest, dass die Verkäufe chinesisch hergestellter Autos in ganz Europa steigen, ungeachtet der Einführung höherer Zölle. Diese Maßnahmen wurden Ende letzten Jahres zum Schutz europäischer Hersteller getroffen und betreffen Elektroautos, die in China produziert werden. Zölle gelten jedoch nicht für Hybridmodelle und Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren.

Großbritannien, das nicht Teil der Europäischen Union ist, hat sich als offener für chinesische Marken erwiesen. In dem Land gibt es keine großen nationalen Massenautomobilhersteller, was den Einfluss der sogenannten „patriotischen Wahl“ verringert. Wie Matthias Schmidt betonte, unterscheiden sich britische Käufer von denen in Deutschland und Frankreich, wo ein signifikanter Teil des Marktes von lokalen Marken kontrolliert wird, darin, dass sie bei der Auswahl eines neuen Fahrzeugs weniger auf den Ursprung der Marke achten.

Quelle: The Guardian

Tags: statistiken
Евгений Ушаков
Evgenii Ushakov
16 jahre am Steuer