Stellantis bringt Dieselversionen von Opel Astra, Peugeot 308, DS Nr. 4, Opel Combo, Peugeot Rifter, Citroën Berlingo und anderen Modellen zurück. Auch die Produktion der Dieselmodelle DS7, Alfa Romeo Tonale, Stelvio und Giulia wird fortgesetzt. Dies berichtete Reuters unter Berufung auf Unternehmensinformationen.
Das Unternehmen bestätigte, dass man sich entschieden habe, Dieselmotoren im Sortiment zu behalten und in einigen Fällen die Auswahl der Antriebsstränge zu erweitern. Die Strategieänderung erfolgt vor dem Hintergrund schwächerer als erwarteter Verkaufszahlen von Elektrofahrzeugen. Ein weiterer Faktor war die Lockerung der Klimaziele in Europa, die es Verbrennungsmotoren ermöglicht, länger auf dem Markt zu bleiben. In den USA, einem Schlüsselmarkt für Stellantis, ist ebenfalls ein Rückzug von der früheren aktiven Unterstützung von Elektrofahrzeugen zu beobachten.
Während Dieselfahrzeuge im Jahr 2015 noch mindestens 50% des Marktes für Neuwagen in Europa ausmachten, ging ihr Anteil nach dem "Dieselskandal" drastisch zurück. Laut ACEA-Daten waren Dieselfahrzeuge im Jahr 2025 für nur 7,7% der Verkäufe verantwortlich, während vollständig elektrische Modelle 19,5% ausmachten. Viele Automobilhersteller haben Dieselmotoren vollständig aufgegeben, und Stellantis hat die Anzahl der Dieselmodelle reduziert.
Das Segment der Dieselfahrzeuge bleibt jedoch weniger wettbewerbsfähig gegenüber chinesischen Herstellern, die sich auf Elektrofahrzeuge spezialisiert haben. Darüber hinaus sind Dieselversionen in der Regel günstiger als vollständig elektrische, was ihnen einen Preisvorteil verschafft.
In der vergangenen Woche kündigte Stellantis eine Abschreibung in Höhe von 22,2 Milliarden Euro im Rahmen der Überprüfung seiner Elektrofahrzeugstrategie an. Die Aktien des Unternehmens fielen auf den niedrigsten Stand seit Gründung des Konzerns im Jahr 2021. Zuvor plante Stellantis, den Anteil vollständig elektrisch betriebener Modelle bis 2030 in Europa auf 100% und in den USA auf 50% der Verkäufe zu erhöhen.
Quelle: Reuters