Toyota erklärte, dass Elektrofahrzeuge mit bidirektionalem Laden (V2G) eine vergleichbare Energiequelle für den Energiemarkt wie die Atomkraft werden könnten.

Der Automobilhersteller hat eine neue Phase eines V2G-Pilotprojekts in seiner nordamerikanischen Zentrale in Plano, Texas, gestartet. Das Projekt wird gemeinsam mit dem Energieunternehmen Oncor durchgeführt. Bei den Tests wird das Elektrofahrzeug Toyota bZ4X in japanischer Spezifikation und das bidirektionale Ladegerät Fermata Energy verwendet. Es ermöglicht nicht nur das Aufladen des Fahrzeugs, sondern auch die Rückspeisung der gespeicherten Energie ins Stromnetz, indem der Zustand des Netzes und Preissignale analysiert werden, um den optimalen Moment zu bestimmen.

Parallel dazu führt Toyota ähnliche Pilotprogramme mit anderen Energieunternehmen in den USA durch, darunter San Diego Gas & Electric in Kalifornien und Pepco in Maryland. Im Rahmen dieser Projekte untersucht das Unternehmen die Bedürfnisse lokaler Energiemärkte und die Anforderungen, die bei den Kunden bei der Nutzung solcher Technologien auftreten können.

Das V2G-Konzept besteht darin, dass ein Elektrofahrzeug mit einem speziellen Ladegerät verbunden wird und bei Bedarf einen Teil der Energie aus der Batterie zurück ins Netz speist. Dazu muss das Energieunternehmen technisch in der Lage sein, solche Leistung aufzunehmen. Fahrer erhalten in der Regel eine Vergütung oder einen Kredit für ihre Teilnahme und können jederzeit entscheiden, die Energieübertragung abzulehnen. Aus diesem Grund werden solche Systeme auch als „virtuelle Kraftwerke“ bezeichnet.

Nach Einschätzung von Toyota könnte die großflächige Einführung von V2G erhebliche Bedeutung für die Energieversorgung der USA haben. Das Unternehmen wies darauf hin, dass derzeit auf den Straßen des Landes über 4 Millionen vollständig elektrische Fahrzeuge unterwegs sind. Wenn alle mit bidirektionalem Laden ausgestattet wären, könnten sie insgesamt etwa 40.000 Megawatt Leistung ins Netz einspeisen, was der Leistung von rund 40 Atomreaktoren entsprechen würde.

Quelle: Toyota

Евгений Ушаков
Evgenii Ushakov
16 jahre am Steuer