Panzer raus, Milliarden rein: Iveco verkauft seine Defence-Sparte an Leonardo und macht den Weg frei für Tata Motors.

Die Iveco Group hat den Verkauf ihrer Rüstungssparte an den italienischen Rüstungsriesen Leonardo abgeschlossen. Für einen Preis von 1,6 Milliarden Euro wechseln die Marken IDV (Iveco Defence Vehicles) und Astra den Besitzer. Damit bereitet der Konzern nicht nur den Boden für eine massive Sonderdividende, sondern räumt auch das letzte Hindernis für die geplante Übernahme durch den indischen Giganten Tata Motors aus dem Weg.

Das Geschäft, das bereits im Sommer 2025 eingefädelt wurde, sieht einen Unternehmenswert von 1,7 Milliarden Euro vor, der nach üblichen Anpassungen zu einem Nettoerlös von 1,6 Milliarden Euro führt. Für die Aktionäre der Iveco Group ist das ein Grund zum Feiern: Die Erlöse sollen fast vollständig ausgeschüttet werden. Geplant ist eine Sonderdividende zwischen 5,70 € und 5,80 € pro Aktie. Die endgültige Entscheidung fällt auf der außerordentlichen Hauptversammlung am 25. März 2026, die Auszahlung ist bereits für den 20. April vorgesehen.

Iveco IDV Militär-LkwHochmobile Militär-Lkw von IDV. Foto: Iveco

Der Weg frei für Tata Motors

Hinter der Trennung vom Rüstungsgeschäft steckt kühles Kalkül. Die Ausgliederung von IDV und Astra war eine der zentralen Bedingungen für das Übernahmeangebot von Tata Motors. Der indische Konzern, der bereits Jaguar Land Rover zum Erfolg führte, will Iveco vollständig schlucken, zeigt aber traditionell wenig Interesse an komplexen militärischen Verflechtungen. Durch den Verkauf konzentriert sich Iveco nun rein auf das zivile Kerngeschäft mit Nutzfahrzeugen, Bussen und Antriebstechnologien (FPT).

Bedeutung für den Standort Deutschland

Auch für den deutschen Markt ist dieser Deal hochrelevant. IDV betreibt einen bedeutenden Standort in Ulm, wo unter anderem geschützte Fahrzeuge für die Bundeswehr entwickelt und gefertigt werden. Mit dem Übergang zu Leonardo entsteht ein neuer europäischer Schwergewichtler im Bereich der Landverteidigung, der direkt mit Größen wie Rheinmetall oder KNDS konkurriert. In Branchenkreisen wird bereits spekuliert, ob Leonardo langfristig Teile der Lkw-Produktion an Partner wie Rheinmetall abgeben könnte, um Synergien in der europäischen Panzerfertigung zu nutzen.

Amphibisches Militärfahrzeug IDVAmphibische Radpanzer aus Italien. Foto: Iveco

Für die Mitarbeiter in Ulm bedeutet der Wechsel zu Leonardo zunächst Stabilität. Der neue Eigentümer verfügt über die nötige Finanzkraft, um die steigende Nachfrage nach Militärlogistik in Europa zu bedienen. Iveco-Chef Olof Persson betonte, dass der Schritt notwendig sei, um IDV die Größe zu geben, die für den globalen Wettbewerb erforderlich ist. Während Iveco also schlanker und für Tata attraktiver wird, zementiert Leonardo seinen Anspruch als europäischer Champion in der Verteidigungstechnik.

Tags: Iveco
Максим Тропко
Maksim Tropko
36 jahre (18 jahre am Steuer)