Der freisaugende 4,0-Liter-Sechszylinder im 911 GT3 läuft auf Bewährung. EU-Flottenemissionsziele – 55 Prozent CO2-Reduktion bis 2030 gegenüber 2021, 90 Prozent bis 2035 – machen den Hochdrehzahlmotor in Europa auf Dauer nicht haltbar. Porsche GT-Chef Andreas Preuninger räumte gegenüber Car and Driver ein, der Saugmotor habe in Europa „wahrscheinlich nur noch einige Jahre ohne wesentliche Änderungen" – laut Carscoops eine nüchterne Einschätzung ohne Hintertür.
Regulatorischer Druck ohne Ausnahme
Bereits der aktuelle 992.2 GT3 benötigte zwei zusätzliche Katalysatoren, um Euro 6 zu erfüllen. Euro 7, das für Pkw ab November 2027 gilt, setzt noch engere Grenzwerte für Stickoxide und Feinstaub – eine Hürde, die ein hochdrehender Saugmotor nach aktuellem Stand der Technik nicht nehmen kann. Hinzu kommt: Ein paralleles Antriebsprogramm – Saugmotor für bestimmte Märkte, Turbo oder Hybrid für Europa – wäre angesichts der laufenden Investitionen in den Elektro-718 und neue SUV-Varianten wirtschaftlich nicht darstellbar, so AutoEvolution.
T-Hybrid als wahrscheinlichste Lösung
Als realistischste Option für die nächste GT3-Generation gilt das T-Hybrid-System, das Porsche bereits im überarbeiteten 911 Carrera GTS einsetzt. Die Systemarchitektur besteht aus drei Komponenten:
- Motor: 3,6-Liter-Boxersechszylinder mit 485 PS (357 kW) und 570 Nm - eTurbo: Einzelturbolader mit integriertem Elektromotor (15 PS / 11 kW), der Turboloch per Sofortmoment eliminiert - PDK-Motor: Synchron-Elektromotor im 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe mit 54 PS (40 kW)
Zusammen ergibt das 541 PS (398 kW) Systemleistung und 610 Nm. Das T-Hybrid-Konzept löst nicht nur das Emissionsproblem, sondern liefert laut Porsche-Werksangaben breiteres Drehmomentband und schnelleres Ansprechverhalten – Eigenschaften, die auf der Rennstrecke durchaus nützlich sind, dem charakteristischen Hochdrehen des 4,0-Liters aber nicht entsprechen.
Was Käufer jetzt wissen müssen
Der aktuelle 911 GT3 (992.2) ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz weiterhin erhältlich – mit dem vertrauten Saugmotor. Einen offiziellen Starttermin für die nächste Generation nennt Porsche nicht. Preuningers Aussagen legen nahe, dass die Entscheidung über den künftigen Antrieb intern bereits gefallen sein dürfte, auch wenn die Kommunikation nach außen noch aussteht. Für Käufer, die den freisaugenden GT3 als letztes seiner Art schätzen, läuft die Zeit: Wer auf den nächsten Jahrgang wartet, könnte einen Turbo oder Hybrid vorfinden.