Elon Musk korrigiert den Zeitplan für den Tesla Roadster erneut – die Fans müssen sich nun bis Ende April 2026 gedulden.

Elon Musk hat es wieder getan. Wer für den 1. April 2026 mit der großen Enthüllung der Serienversion des Tesla Roadster gerechnet hatte, muss seine Erwartungen nun korrigieren. In gewohnter Manier verkündete der Tesla-Chef via X (ehemals Twitter), dass sich der Termin um einige Wochen nach hinten verschiebt. Neuer Zielkorridor: Ende April. Für Beobachter der Branche ist das weniger eine Überraschung als vielmehr die Fortsetzung einer fast schon tragikomischen Tradition.

Seit der ersten Vorstellung des Prototyps im November 2017 sind mittlerweile fast neun Jahre vergangen. Damals versprach Musk den Marktstart für 2020. Es folgten Verschiebungen auf 2021, 2022, 2023 und schließlich 2024, bevor Ende letzten Jahres die Produktion für 2025 in Aussicht gestellt wurde. Nun schreiben wir das Jahr 2026, und das Fahrzeug, das einst die Überlegenheit der Elektro-Technik zementieren sollte, bleibt vorerst ein digitales Versprechen – in der Fachwelt auch gerne als Vaporware bezeichnet.

Roter Tesla Roadster Prototyp in der SeitenansichtDie rote Sportwagen-Studie. Foto: Tesla

Technische Daten zwischen Genie und Wahnsinn

Was Tesla hier auf die Räder stellen will, sprengt nach wie vor die Grenzen des bisher Dagewesenen. Drei Elektromotoren – einer vorne, zwei hinten – sollen eine Systemleistung von rund 1.000 PS und ein Drehmoment von 1.027 Nm generieren. Die Energie kommt aus einer gewaltigen 200-kWh-Batterie, die Reichweiten ermöglichen soll, die selbst moderne Diesel-Limousinen alt aussehen lassen. Besonders skurril bleibt die Ankündigung der optionalen Kaltgas-Düsen (SpaceX-Paket), mit denen der Sprint von 0 auf 100 km/h in etwa einer Sekunde gelingen soll.

Der Markt wartet nicht auf Elon Musk

Die wirtschaftliche Komponente ist nicht zu unterschätzen. Wer heute einen Roadster reservieren möchte, muss eine Anzahlung von 43.000 € leisten. In einer Zeit, in der die Zinsen und die wirtschaftliche Unsicherheit in Europa den Automobilsektor unter Druck setzen, ist das ein stolzer Vertrauensvorschuss. Die Konkurrenz schläft derweil nicht. Rimac hat mit dem Nevera bereits Fakten geschaffen und auch Mercedes-AMG arbeitet an vollelektrischen Hochleistungsmodellen, die in Sachen Fahrwerkstechnik oft mehr Tiefe bieten als die kalifornischen Beschleunigungswunder.

Am Ende bleibt die Erkenntnis: Der Roadster ist mehr als nur ein Auto. Er ist ein Symbol für Teslas Ambition, das physikalisch Machbare zu verschieben. Ob er am Ende „ein kleines bisschen fliegen“ kann, wie Musk einst behauptete, ist zweitrangig. Wichtiger wäre es, wenn er erst einmal überhaupt auf der Straße stünde.

Tesla kämpft derzeit mit schwankenden Produktionszahlen in der Giga Berlin, arbeitet aber bereits an neuen Strategien für den europäischen Markt.

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Максим Тропко
Maksim Tropko
36 jahre (18 jahre am Steuer)