Subaru verpasst dem BRZ endlich den ersehnten Turbo und Allrad – allerdings nur für den harten Rallye-Einsatz in Japan.

Subaru-Fans weltweit fordern seit über einem Jahrzehnt zwei Dinge für den BRZ: mehr Drehmoment durch einen Turbolader und – markentypisch – einen Allradantrieb. Während die Serienversion in Europa aufgrund strenger Abgasnormen und Sicherheitsvorschriften bereits auf dem Abstellgleis steht, lässt Subaru in Japan nun die Bombe platzen. Das neu gegründete „Sports Vehicle Planning Office“ hat einen BRZ entwickelt, der genau diese Wünsche erfüllt, allerdings mit einem entscheidenden Haken.

Das Biest für die All Japan Rally Championship

Die Spezifikationen lassen jedem Enthusiasten das Wasser im Mund zusammenlaufen. Der neue Rallye-BRZ bricht mit der Tradition des reinen Heckantriebs und setzt auf ein Allradsystem (AWD), um die Kraft des nun zwangsbeatmeten Boxermotors effizient auf den Untergrund zu bringen. Optisch macht der Wagen keine Gefangenen: Breit ausgestellte, eckige Radhäuser, eine massive Lufthutze auf dem Dach und ein Heckflügel, der auch als Picknicktisch für eine ganze Mechaniker-Crew durchginge, dominieren das Erscheinungsbild.

Interessant ist die technische Verwandtschaft zum Konzernbruder Toyota GR86. Bereits vor einiger Zeit experimentierte Toyota mit einem Turbo-Allrad-Konzept des baugleichen Coupés. Subaru zieht nun nach und nutzt den BRZ als Technologieträger für die japanische Rallye-Meisterschaft. Das Fahrwerk wurde massiv höhergelegt, um die nötige Bodenfreiheit für Schotterpisten zu gewährleisten. Trotz der radikalen Änderungen bleibt der Radstand identisch mit dem des Serienfahrzeugs, was auf eine geschickte Integration der Antriebskomponenten hindeutet.

Warum deutsche Fans leer ausgehen

Für den deutschen Autofahrer ist diese Nachricht eher bittersüß. Die aktuelle Generation des BRZ und des Toyota GR86 wurde in Europa bereits weitgehend eingestellt. Grund dafür ist primär die Einführung der GSR2-Sicherheitsrichtlinien (General Safety Regulation 2), die umfangreiche Assistenzsysteme vorschreiben, für die die Plattform nicht ausgelegt war. Zudem machen die CO2-Flottenziele der EU solche emotionalen Nischenmodelle für Hersteller wirtschaftlich unattraktiv.

Ein Blick in die Zukunft der Performance-Abteilung

Obwohl dieser BRZ ein reines Wettbewerbsgerät bleibt, ist die Gründung der neuen Sportabteilung ein wichtiges Signal. Subaru versucht, die DNA der Marke – Allrad und Turbo – wieder stärker in den Fokus zu rücken. Für den deutschen Markt bedeutet das mittelfristig eher die Hoffnung auf elektrifizierte Performance-Modelle, die den Geist der STi-Modelle in das neue Zeitalter retten. Wer echtes Rallye-Feeling im BRZ erleben will, muss also weiterhin auf den Import von Spezialteilen oder den Besuch einer Rennstrecke in Japan setzen.

Das Ende einer Ära: Warum Subaru BRZ und Toyota GR86 Europa verlassen mussten und welche Lücke sie im bezahlbaren Sportwagensegment hinterlassen.

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Дмитрий Котов
Dmitro Kotov