Porsche reagiert auf die Marktlage und entwickelt neue Verbrennungsmotoren für Macan, Cayenne und weitere Modelle bis weit in die 2030er-Jahre.

Porsche passt seine Unternehmensstrategie an und rückt den Verbrennungsmotor wieder stärker in den Fokus. Entgegen ursprünglicher Pläne werden Benzinmotoren auch nach dem Jahr 2030 ein zentraler Bestandteil des Portfolios bleiben. Hintergrund dieser Entscheidung ist eine geringere Nachfrage nach Elektrofahrzeugen als ursprünglich prognostiziert.

Anpassung der Elektrifizierungsziele

Der Sportwagenhersteller aus Zuffenhausen korrigiert seine Zielsetzung für die kommenden Jahre. Während Porsche zuvor anstrebte, bis 2030 einen Anteil von über 80 % rein elektrischer Neuzulassungen zu erreichen, zeigten die Verkaufszahlen im Jahr 2025 einen E-Auto-Anteil von lediglich 22,2 %. Das Unternehmen reagiert auf dieses Marktumfeld mit einer Strategie, die eine längere Parallelität von Verbrennungs-, Hybrid- und Elektroantrieben vorsieht.

Modellplanung und neue Verbrenner-Varianten

Die geänderte Ausrichtung hat direkte Auswirkungen auf die kommenden Modellreihen. Neben dem vollelektrischen Macan ist nun ein Nachfolger mit Verbrennungsmotor vorgesehen. Auch für den Cayenne ist eine neue Generation mit Benzinmotoren und Hybridtechnik in der Entwicklung. Ralf Keller, Leiter der Cayenne-Baureihe, bestätigte gegenüber Fachmedien, dass Verbrennungsmotoren mindestens bis weit in die 2030er-Jahre im Programm bleiben werden.

Darüber hinaus plant Porsche ein neues Oberklasse-SUV mit sieben Sitzplätzen, das zunächst mit konventionellen Antriebsarten eingeführt werden soll. Bei den Sportwagenmodellen 718 Cayman und Boxster wird ebenfalls eine Rückkehr von Verbrennungsmotoren in Betracht gezogen, nachdem diese in Europa zwischenzeitlich primär als Elektroversionen positioniert waren. Der Porsche 911 bleibt weiterhin als Modell mit Verbrennungs- und Hybridantrieb bestehen.

Technische Basis durch PPC-Plattform

Technisch nutzt Porsche für diese Strategie die gemeinsam mit Audi entwickelte Plattform PPC (Premium Platform Combustion). Diese Architektur stellt eine Weiterentwicklung der MLB-Evo-Plattform dar und ist speziell darauf ausgelegt, hocheffiziente Verbrennungsmotoren und komplexe Hybridsysteme aufzunehmen. Durch die Kooperation innerhalb des Volkswagen-Konzerns sollen die Entwicklungskosten für diese Technologien optimiert werden. Damit reagiert Porsche auf die strengen EU-Emissionsvorgaben und ermöglicht gleichzeitig einen flexiblen Übergang bis zum geplanten Verbot neuer Verbrennungsmotoren im Jahr 2035.

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Дмитрий Котов
Dmitro Kotov