Elektrofahrzeuge der Marken BMW und MINI können in Kanada ab sofort das Tesla-Supercharger-Netzwerk nutzen. Die technische Freischaltung erfolgt über eine Integration des Dienstes Shell Recharge in die offiziellen Fahrzeug-Apps der Hersteller.
Zentraler Zugriff auf Ladeinfrastruktur
BMW Group Canada hat die Funktionalität der „My BMW“ und „My MINI“ Apps erweitert. Durch die Kooperation mit Shell Recharge werden verschiedene Ladenetze unter einer einheitlichen Benutzeroberfläche gebündelt. Neben den Tesla Superchargern umfasst der Zugriff auch Stationen von Anbietern wie FLO, ChargePoint, Circuit électrique und BC Hydro. Ziel dieser Maßnahme ist es, den Such-, Lade- und Bezahlungsprozess über ein einziges Kundenkonto abzuwickeln. Die Routenplanung eRoute berücksichtigt kompatible Stationen und überträgt die Ladestopps direkt in das Navigationssystem des Fahrzeugs.
Technische Voraussetzungen und NACS-Standard
Die Nutzung der Tesla-Infrastruktur erfordert je nach Fahrzeuggeneration unterschiedliche Hardware. Bestehende Modelle mit CCS-Anschluss benötigen den „Lectron Vortex Plus NACS-zu-CCS“-Adapter, um an den Superchargern laden zu können. Laut Herstellerangaben ist dies derzeit der einzige für diesen Zweck freigegebene Adapter. Kommende Modelle des Modelljahres 2026, darunter der neue BMW iX3 und der BMW i3, werden bereits ab Werk mit dem North American Charging Standard (NACS) ausgestattet sein.
Foto: BMW Blog
Die Software-Kompatibilität wird schrittweise per Remote Software Upgrade (RSU) für fast alle aktuellen batterieelektrischen Fahrzeuge (BEV) der Marken ausgerollt. Ausgenommen von dieser Aktualisierung sind lediglich der ursprüngliche BMW i3 (I01) sowie der MINI Cooper SE der Baureihe F56. Zudem wird an unterstützten Stationen die Funktion Plug & Charge integriert, die einen automatischen Start des Ladevorgangs ohne zusätzliche Authentifizierung ermöglicht.
Relevanz für den deutschen Markt
Diese Entwicklung hat keine direkten Auswirkungen auf Deutschland oder die Europäische Union. In Europa ist der CCS2-Standard als einheitliches System gesetzlich etabliert. Tesla hat bereits einen signifikanten Teil seines europäischen Netzwerks für Fremdfabrikate geöffnet, wobei der Zugang hier meist über die Tesla-App oder markeneigene Dienste wie „BMW Charging“ erfolgt. Eine Umstellung der Hardware auf NACS ist für den europäischen Markt nicht vorgesehen.