Das Unternehmen hat beschlossen, eines der Hindernisse für das Aufladen von Elektroautos zu beseitigen – das komplexe Vertragssystem. Aber es funktioniert noch nicht überall.

BMW zusammen mit Mini startet in Deutschland und Österreich ein neues Plug&Charge-Format: Laden ohne vorherigen Vertrag. Jetzt kann der Fahrer seine Bankkarte direkt mit dem Auto verknüpfen und die Sitzung automatisch bezahlen.

Früher funktionierte das System anders. Das Auto speicherte einen oder mehrere Ladeverträge von Anbietern und nutzte sie für die Identifizierung und Abrechnung. Auch mit der Funktion Multi-Contract Handling musste der Fahrer im Voraus Abonnements abschließen.

Jetzt kann dieser Schritt übersprungen werden. Kabel anschließen — und das Laden startet, die Zahlung erfolgt von der Karte.

Für wen das gemacht wurde

Der neue Ansatz richtet sich nicht nur an regelmäßige Elektroautobesitzer. BMW zielt deutlich auf ein breiteres Publikum ab: Touristen, Firmenwagenfahrer und diejenigen, die das Auto temporär nutzen.

Die Logik ist einfach: Je weniger Barrieren am Anfang, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass jemand überhaupt ein Elektroauto nutzt, ohne überflüssige «Tänze» mit Apps und Ladekarten.

Einschränkungen zum Start

Es gibt einen Haken: Die Funktion funktioniert nicht an allen Stationen. In der ersten Phase ist der Service über das Mer Deutschland-Netzwerk verfügbar — das sind über 1.400 Ladepunkte in Deutschland und Österreich. Technisch wird alles über das Hubject-Ökosystem realisiert, das für den Datenaustausch und die Zahlungsabwicklung verantwortlich ist.

Im Laufe des Jahres 2026 verspricht BMW, neue Betreiber anzuschließen und auf andere Märkte zu expandieren, jedoch ohne konkretere Angaben über den Umfang. Bisher handelt es sich eher um ein Pilotprojekt mit Aussicht auf Erweiterung.

Was kostet das

Zahlungen erfolgen zu sogenannten ad-hoc-Tarifen — faktisch zum Standardpreis des Betreibers ohne Abonnement. Bei Mer Deutschland betragen diese €0.69 pro kWh an Stationen mit 50 kW und €0.79 pro kWh an schnellen HPC (ab 150 kW). Die Preise werden direkt an der Station, im Auto und in der App angezeigt.

Ein wichtiger Punkt: Die ad-hoc-Tarife sind in der Regel höher als in Vertragsplänen. Hier wird also Bequemlichkeit gegen zusätzliche Kosten eingetauscht.

Kontext: weniger Hürden, mehr Verbrauch

Plug&Charge gilt seit langem als eines der wichtigsten Instrumente zur Vereinfachung der Nutzung von Elektroautos. Aber die Vertragsanforderung bremste seine Verbreitung. BMW macht einen Schritt in Richtung Modell «wie an der Tankstelle»: ankommen, anschließen, bezahlen. Ohne Registrierung und Bindung an einen bestimmten Betreiber.

Es bleibt nur die Frage, ob dies zum Massenstandard wird. Wenn andere Hersteller und Betreiber die Idee aufgreifen, könnte der Lademarkt viel einfacher werden — wenn auch nicht unbedingt günstiger.

Дмитрий Котов
Dmitro Kotov