Das Mittelzyklus-Update der BMW 7er Reihe bringt Swarovski-Kristalloptik, überarbeitetes Interieur und den M760e xDrive als Plug-in-Hybrid mit 603 PS – der Umweltbonus ist weg, eine neue Bundesförderung kommt.

BMW hat das Facelift der aktuellen 7er-Generation (G70) vorgestellt – und der Umfang der Änderungen geht weit über die übliche Modellpflege hinaus. Selbst Frank van Meel, Chef der BMW M GmbH, trat persönlich vor die Kameras, um den überarbeiteten M760e xDrive und den elektrischen i7 M70 zu präsentieren. Bestellbücher für den deutschen Markt öffnen am 28. Mai 2026, erste Auslieferungen folgen ab Mai, weitere Varianten ab November.

Exterieur: Kristalle mit Schatteneffekt und 22-Zoll-Räder

Der auffälligste Eingriff betrifft die Optik. Das neue Paket Extended Shadowline beinhaltet Scheinwerfer im „Dark Crystal"-Look: bekannte Swarovski-Kristallelemente, diesmal jedoch mit einem Tönungseffekt ähnlich dem Shadowline-Finish kleinerer Baureihen wie dem M3. Kombiniert mit dem neu gestalteten Kühlergrill samt M-Emblem wirkt der schwere Sedan deutlich kantiger als bisher.

Am Profil fallen erstmals 22-Zoll-Räder auf – ein Novum für die 7er-Reihe. Neue M-Außenspiegel mit charakteristischen Finnen sowie Kontraststreifen runden das Bild ab. Am Hofmeister-Knick ergänzt BMW zusätzliche M-Schriftzüge; subtil ist das Auftreten des Flaggschiffs damit nicht mehr.

BMW M760e xDrive. Foto: BMWBMW M760e xDrive. Foto: BMW

Interieur und Technik: Neue Klasse trifft Kaschmir

Im Innenraum setzt BMW auf Designelemente, die aus der kommenden Neue-Klasse-Fahrzeugfamilie stammen. Das überarbeitete Cockpit kombiniert digitale Flächen mit optionaler Kaschmir-Leder-Ausstattung aus dem BMW Individual-Programm. Wer möchte, kombiniert graue Oberflächen mit rotem Ambientelicht und roten Akzenten am Lenkrad – ein Geschmacksurteil bleibt dem Käufer überlassen. Carbon-Elemente im Interieur eines 5,39-Meter-Sedans wirken ungewohnt, doch van Meel betont die nahezu unbegrenzten Individualisierungsmöglichkeiten.

Der M760e xDrive (Plug-in-Hybrid) leistet 603 PS und sprintet in 4,2 Sekunden auf 100 km/h. Die elektrische Reichweite beträgt 80 km nach WLTP-Standard (EU-Testverfahren). In Deutschland ist er ab November 2026 für € 159.900 bestellbar.

Der i7 M70 xDrive bringt es auf 680 PS, schafft den Sprint in 3,7 Sekunden und erreicht laut WLTP bis zu 559 km rein elektrische Reichweite. Er ist ab Mai 2026 für € 182.400 erhältlich.

Förderung und Steuer: Was bleibt, was kommt

Der staatliche Umweltbonus entfiel am 17. Dezember 2023. Für den i7 M70 und den M760e greift er folglich nicht mehr. Relevant bleibt jedoch das neue Bundesprogramm: Ab Januar 2026 sind bis zu € 6.000 Kaufprämie für Haushalte mit einem Jahreseinkommen unter € 80.000 möglich – ob die i7-Modelle mit ihrem Bruttolistenpreis die etwaigen Obergrenzen erfüllen, hängt von den finalen Förderrichtlinien ab.

Steuerlich gilt: Rein elektrische Dienstwagen bis € 70.000 Listenpreis profitieren vom 0,25-Prozent-Satz bei der Firmenwagenbesteuerung. Der i7 M70 übersteigt diese Grenze und fällt in die 0,5-Prozent-Regelung. Zudem entfällt die Kfz-Steuer für reine Elektrofahrzeuge für zehn Jahre ab Erstzulassung.

Marktumfeld und Ausblick

Im direkten Wettbewerb steht der 7er LCI gegen den Mercedes-Benz EQS (ab ca. € 107.000 in Deutschland) und den Porsche Taycan (ab € 79.900). BMW setzt beim Facelift bewusst auf handwerkliche Qualität und M-Sportlichkeit, um die Premiumflotte anzusprechen. Der günstigste Einstieg in die LCI-Baureihe beginnt mit dem 740 bei € 117.900, der i7 50 steht ab € 121.400 in der Liste.

Der Produktionsstandort bleibt das Werk Dingolfing – die Fertigung der aktualisierten Modelle läuft bereits.

Максим Тропко
Maksim Tropko
36 jahre (18 jahre am Steuer)