Der Vision Meta Turismo soll den 2023 eingestellten Kia Stinger als Elektro-Sportlimousine beerben – Designchef Karim Habib bremst allerdings die Erwartungen.

Kia arbeitet an einem elektrischen Nachfolger des Stinger – doch das Projekt hängt an einem entscheidenden Vorbehalt. Designchef Karim Habib bestätigte gegenüber Autocar, dass der Konzern den Serienstart des Vision Meta Turismo von der Entwicklung der EV-Kosten abhängig macht. Der ursprüngliche Stinger – ein hinterradgetriebener Sportler mit Biturbo-V6 – lief 2023 nach nur einer Generation aus. Seitdem füllt der EV6 GT kommissarisch die Lücke im Kia-Portfolio.

Sportlimousine für die „Gamer-Generation"

Das Showcar Vision Meta Turismo feierte im Dezember 2025 sein Debüt und soll Kias Vorstellung einer elektrischen Sportlimousine greifbar machen. Kia beschreibt das Konzept als „Sportlimousine für die Gamer-Generation" – gemeint ist ein Fahrzeug mit digitalen Fahrmodi, das Fahrspaß und Markenpersönlichkeit jenseits der allgegenwärtigen SUV-Welt transportieren soll. Laut Habib ist das Interieur bereits zu 90 Prozent serienreif. Zusätzlich prüft Kia eine Fastback-Variante als ergänzende Karosserieform neben der Limousine.

Konkrete Antriebsdaten – Leistung, Reichweite nach WLTP-Standard (EU-Verbrauchstest-Norm) oder Ladegeschwindigkeit – hat Kia für die Serienversion noch nicht kommuniziert. Auch ein Markteinführungstermin oder eine Preisregion fehlt bisher.

Das Preisproblem trifft einen schwierigen Markt

Habib bringt das Kernproblem auf den Punkt: „Der Preis, einen Hochleistungs-EV zu bauen, ist das, was uns bremst." Ein elektrischer Hochdachkrosser rechnet sich heute deutlich einfacher als eine flache Sportlimousine mit vergleichbarer Reichweite und Fahrleistung – die Batteriekosten pro nutzbarem Volumen sind schlicht ungünstiger.

Im DACH-Markt kommt erschwerend hinzu, dass der staatliche Umweltbonus seit Dezember 2023 gestrichen ist. Als Kaufanreize verbleiben die 0,25-Prozent-Regelung bei der Dienstwagenversteuerung sowie die zehnjährige Kfz-Steuerbefreiung für reine Elektrofahrzeuge. In diesem Umfeld positioniert Kia derzeit die erschwinglicheren Modelle EV2 (ab rund 26.600 Euro) und EV4 mit bis zu 630 km WLTP-Reichweite als Einstieg ins elektrische Segment.

Ein Hochleistungs-Fastback müsste sich gegen Fahrzeuge wie den Hyundai Ioniq 6 und den VW ID.5 behaupten – und dabei einen Aufpreis rechtfertigen, den Käufer ohne Förderung aus eigener Tasche zahlen.

Wann kommt der Serienstart?

Einen verbindlichen Termin gibt es nicht. Kia selbst koppelt die Entscheidung ausdrücklich an die weitere Entwicklung der Batteriekosten. Fällt die Kurve schnell genug, könnte ein Serienmodell frühestens 2027 relevant werden – zuerst für Europa, wo die Nachfrage nach Sportlimousinen traditionell stärker ist als in Nordamerika. Bis dahin bleibt der Vision Meta Turismo das, was er heute ist: ein seriennahes Versprechen ohne Preisschild.

Максим Тропко
Maksim Tropko
36 jahre (18 jahre am Steuer)