Nicht Audi selbst, sondern australische Zulassungsbehörden haben das neue A6 Allroad (C9) offiziell bestätigt. Zwei Typgenehmigungscodes – DVKC für den Diesel und DYVA für den Plug-in-Hybrid (PHEV, also Teilzeitstromer mit externem Ladeanschluss) – tauchen dort bereits auf. Ein offizielles Debüt in Europa wird noch für Ende 2025 erwartet; DACH-Preise und ein konkreter Händler-Starttermin stehen bislang aus.
Antrieb: V6-Diesel und großer Akku
Der Diesel-Allroad setzt auf einen 3,0-Liter-V6-TDI mit Mildhybrid-Unterstützung. Im A6 Avant leistet dieser Antriebsstrang 295 PS (220 kW) und 580 Nm Drehmoment; ein 7-Gang-S-tronic-Getriebe und quattro-Allradantrieb gehören dazu. Ob der Motor bereits die künftige Euro-7-Norm erfüllt oder noch auf Euro-6-Basis mit AdBlue-Nachbehandlung läuft, hat Audi bisher nicht kommuniziert.
Der PHEV kombiniert einen 2,0-Liter-TSI-Benziner mit Elektromotor und einem 20,7-kWh-Nettospeicher (25,9 kWh brutto). Die Systemleistung beträgt 367 PS; die elektrische Reichweite wird mit über 100 km angegeben – nach WLTP, dem europäischen Normzyklus. Zum Vergleich: Das aktuelle C8-Modell (A6 50 TFSIe) bringt nur 14,1 kWh und schafft rund 50 km elektrisch.
Was das für den DACH-Markt bedeutet
In Deutschland entfällt der staatliche Umweltbonus seit Dezember 2023; für den PHEV gibt es folglich keine Bundesförderung mehr. Dienstwagenfahrer profitieren jedoch weiterhin von der 0,25-Prozent-Versteuerungsregel, sofern der Listenpreis unter 70.000 Euro liegt – ob das beim A6 Allroad PHEV realistisch ist, bleibt abzuwarten. Elektrofahrzeuge sind in Deutschland zudem zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit.
In Österreich greift für PHEV-Modelle ein e-Mobilitätsbonus von bis zu 5.000 Euro (2.000 Euro Bundesanteil plus 3.000 Euro Herstellerzuschuss), sofern das Fahrzeug die Fördervoraussetzungen erfüllt. In der Schweiz existiert keine vergleichbare Bundesprämie.
Laden erfolgt in der gesamten DACH-Region über CCS2-Anschlüsse – der Standard ist flächendeckend verfügbar.
Konkurrenz wird überschaubar
Das Segment der erhöhten Kombis schrumpft. Seit der Einstellung des Volvo V90 Cross Country 2024 bleibt als direkter Konkurrent praktisch nur noch der Mercedes-Benz E-Klasse All-Terrain. SUV dominieren das Premiumsegment; der A6 Allroad bedient eine spürbar kleiner werdende Käufergruppe, die den Kombi-Grundriss mit Geländetauglichkeit verbindet.
Optisch hält Audi am bewährten Rezept fest: Kunststoffbeplankung, Aluminium-Akzente, Dachreling und adaptives Luftfahrwerk mit variablem Bodenfreiheitsniveau sind gesetzt. Im Innenraum dürfte das A6-Trio aus drei digitalen Displays, einem Bang-&-Olufsen-Soundsystem mit 20 Lautsprechern, Vier-Zonen-Klimatisierung und elektrischer Türzuziehhilfe übernommen werden – laut australischen Unterlagen ohne größere Anpassungen.