Volkswagen enthüllt den Tukan für Südamerika – ein kompakter Pickup auf MQB-Basis mit 150 PS. Für den DACH-Markt bleibt der Amarok das einzige Pickup-Angebot von VW.

Volkswagen hat mit dem Tukan einen kompakten Pickup für den südamerikanischen Markt vorgestellt – doch wer auf eine Europapremiere hofft, wird enttäuscht. Der Tukan bleibt Brasilien und seinen Nachbarländern vorbehalten, bestätigt VW ausdrücklich. Für den DACH-Markt ändert sich damit nichts: Der Amarok bleibt das einzige Pickup-Modell im europäischen VW-Angebot.

Design und Plattform

Trotz dichter Tarnfolie mit VW-Logos, brasilianischen Flaggen und Fußball-Symbolik sind die Proportionen des Tukan bereits klar erkennbar. Das Fahrzeug wirkt eher wie ein Crossover mit aufgesetzter Ladefläche: kurze Motorhaube, viertürige Kabine, kompaktes Ladeabteil. Die Frontpartie erinnert an den europäischen T-Roc – mit schmalen LED-Scheinwerfern und einem großen Kühlergrill mit Rautenmuster.

Der Tukan basiert auf der modifizierten MQB-Plattform und teilt Komponenten mit dem T-Cross. Die Hinterachse wurde jedoch eigens entwickelt: Statt der üblichen Verbundlenkerachse kommt eine Starrachse mit halbelliptischen Blattfedern zum Einsatz – das erste MQB-Fahrzeug mit dieser Lösung, die für höhere Nutzlast ausgelegt ist.

Antrieb und Technik

Als Topmotorisierung ist ein 1,5-Liter-Turbobenziner (TSI Evo2) mit 48-Volt-Mildhybrid-System vorgesehen, das 150 PS (110 kW) und 250 Nm Drehmoment leistet. Für Einstiegsvarianten soll ein 1,0-Liter-Turbomotor ohne Elektrifizierung angeboten werden. Beide Aggregate sind flex-fuel-fähig – also für die in Brasilien verbreitete Beimischung von Ethanol ausgelegt. Konkrete Verbrauchs- oder Effizienzwerte wurden noch nicht veröffentlicht.

Marktstart und Wettbewerb

Die Produktion soll 2027 im VW-Werk São José dos Pinhais im brasilianischen Bundesstaat Paraná anlaufen, mit einem lokalen Fertigungsanteil von rund 76 Prozent. Die vollständige öffentliche Premiere ist für den Sommer 2026 im Rahmen der FIFA-Weltmeisterschaft geplant – VW ist Sponsor der brasilianischen Nationalmannschaft. Wichtigste Wettbewerber sind Fiat Strada, Fiat Toro, Chevrolet Montana sowie der angekündigte Renault Niagara.

Der Tukan ist Teil der Südamerika-Offensive von VW, in deren Rahmen das Unternehmen bis 2028 insgesamt 21 neue Modelle für die Region plant und rund 20 Milliarden Reais (umgerechnet etwa 3,2 Milliarden Euro) investiert. Nach Europa kommt der Tukan nicht – wer hierzulande einen VW-Pickup sucht, schaut weiterhin beim Amarok vorbei.

Максим Тропко
Maksim Tropko
36 jahre (18 jahre am Steuer)