Die Marke verzeichnete 2025 nur noch 7.900 Verkäufe weltweit – der tiefste Stand seit 2013. Stellantis hält an Maserati fest, setzt aber offenbar auf chinesische Technologie.

Maserati steckt in der schwersten Krise seit einem Jahrzehnt. 2025 verkaufte die Marke weltweit nur noch 7.900 Fahrzeuge – ein Rückgang von rund 30 Prozent gegenüber den 11.300 Einheiten aus 2024 und der schwächste Wert seit 2012. Stellantis betont dennoch: Maserati steht nicht zum Verkauf. Mit Jean-Philippe Imparato hat die Unternehmensgruppe im Frühjahr 2026 einen neuen CEO eingesetzt, der die Wende schaffen soll.

Zwei neue Elektromodelle, kaum Details

Konkret angekündigt sind zwei neue Modelle der E-Klasse – gemeint ist das Fahrzeugsegment, nicht die Baureihe. Technische Spezifikationen, Karosserievarianten oder Preisrahmen hat Stellantis bislang nicht kommuniziert. Eine detaillierte Roadmap wurde ursprünglich für Dezember 2024 versprochen; sie steht nun für den Investorentag am 21. Mai 2026 aus. Für den DACH-Markt gelten bereits jetzt die gängigen Rahmenbedingungen: Der Umweltbonus wurde zum 17. Dezember 2023 abgeschafft, und die steuerlich günstige 0,25-Prozent-Regelung für Dienstwagen gilt nur für Elektrofahrzeuge mit einem Listenpreis bis 70.000 Euro – Maseratis Einstiegsmodelle beginnen deutlich darüber.

Im bestehenden Sortiment sind Grecale, GranTurismo und GranCabrio sowie der MCPura verfügbar. Das Modena-Werk hat seine Produktion 2024 um rund 79 Prozent gedrosselt; das Mirafiori-Werk in Turin um etwa 70 Prozent. Raum für neue Modelle ist also vorhanden – ebenso wie der Druck, diesen zu füllen.

Huawei und JAC als mögliche Partner

Parallel zu den offiziellen Ankündigungen berichten mehrere Quellen – darunter CnEVPost und Carscoops, gestützt auf das chinesische Medium Yunjian Insight – von laufenden Verhandlungen zwischen Stellantis, Huawei und dem Fahrzeughersteller JAC. Das Modell soll so aussehen: JAC übernimmt Entwicklung und Fertigung, Huawei liefert die technologische Plattform und Elektronik, Maserati verantwortet Design und Markenposititionierung. Einen unterzeichneten Vertrag gibt es Stand Mai 2026 noch nicht; Stellantis hat sich offiziell nicht geäußert.

Für den chinesischen Markt ist offenbar eine Variante unter der Marke Maextro geplant – einem neuen Premiumlabel, das eng mit Huawei verbunden ist. Das Maextro S800 verkaufte sich in China bereits über 16.000 Mal, allerdings ausschließlich im Heimatmarkt. Ob eine globale Exportvariante unter dem Maserati-Namen erscheint, ist offen; die Serienproduktion wird frühestens für die zweite Hälfte 2027 erwartet.

Risiko für das Premiumsegment in DACH

Ein „Made in China"-Label ist im deutschsprachigen Premiumsegment kein einfaches Verkaufsargument. Porsche Macan, BMW iX3 und Mercedes-AMG GLE setzen weiterhin auf europäische Herkunft als Qualitätsmerkmal. Maserati muss gleichzeitig beweisen, dass chinesische Software und Elektronikarchitektur mit dem traditionellen Markenbild vereinbar sind – und dass die neuen Modelle den EU-Ladestandardard CCS2 sowie die Zulassungsanforderungen des Kraftfahrt-Bundesamts erfüllen. Zu keinem dieser Punkte gibt es bisher offizielle Aussagen.

Максим Тропко
Maksim Tropko
36 jahre (18 jahre am Steuer)