Lucid hat seinen Mittelklasse-SUV Cosmos erstmals als Testprototyp auf der Straße gezeigt. Ein Spy-Foto, das auf X kursiert, zeigt den getarnten Wagen direkt neben einem Tesla Model Y – und gibt damit erstmals einen Hinweis auf die tatsächlichen Abmessungen. Den Einstiegspreis hat Lucid beim Investor Day im März 2026 auf unter 50.000 US-Dollar beziffert, womit der Cosmos in direkten Wettbewerb zu mittleren Model-Y-Ausstattungen tritt.
Proportionen und Design
Dem Foto zufolge ist der Cosmos in der Länge grob vergleichbar mit dem Model Y, wirkt aber flacher und breiter. Gegenüber dem großen Lucid Gravity fällt er deutlich kompakter aus. Die Linienführung – insbesondere die D-Säule und das Dachniveau – stimmt mit früheren Teasern des Herstellers überein. Im Innenraum ist ein großes Display zu erkennen, das von der Fahrerseite weit in die Mitte der Instrumententafel reicht – ebenfalls bereits aus Teaser-Bildern bekannt. Die Felgen erinnern an bestimmte Gravity-Varianten.
Getarnter Lucid-Cosmos-Prototyp neben einem Tesla Model Y – das Spy-Foto zeigt erstmals die tatsächlichen Abmessungen des kommenden Mittelklasse-SUV.
Technik: Effizienz als Kernversprechen
Technisch setzt Lucid auf seine gewohnte Effizienz-DNA. Laut Herstellerangaben vom Investor Day kommt der Cosmos mit einer 69-kWh-Batterie auf rund 480 Kilometer Reichweite – das entspricht etwa 300 Meilen nach US-Standard. Zum Vergleich: BMW iX3 und Mercedes GLC Electric benötigen 75 bis 82 kWh für ähnliche Werte. Den Verbrauch gibt Lucid mit 4,5 Meilen pro kWh an; eine offizielle WLTP-Zertifizierung steht noch aus. Geplant sind Einstiegs- und Allradversionen mit einem oder zwei Elektromotoren. Der neue Atlas-Antriebsmotor soll gegenüber dem Vorgänger 30 Prozent weniger Bauteile enthalten.
DACH-Markt: Zeitplan und Wettbewerb unklar
Die Produktion startet voraussichtlich Ende 2026 im saudiarabischen Werk. Für Europa – und damit für Deutschland, Österreich und die Schweiz – ist frühestens 2027 mit einer Verfügbarkeit zu rechnen, sofern Lucid eine europäische Zuteilung plant. Offizielle DACH-Preise oder Ausstattungsdetails hat das Unternehmen noch nicht kommuniziert. Als Anhaltspunkt dient der Gravity, der in Deutschland ab 116.900 Euro bestellbar ist – was die Premiumpositionierung der Marke unterstreicht.
Im relevanten Preissegment zwischen 45.000 und 55.000 Euro ist der Wettbewerb hart: BMW iX3 (ab rund 65.000 Euro), Mercedes GLC Electric (ab rund 70.000 Euro) und Volvo EX60 (ab rund 62.000 Euro) sind etabliert. Gleichzeitig drängen chinesische Hersteller wie BYD und Geely mit Preisen zwischen 35.000 und 45.000 Euro in den Markt. Den seit Dezember 2023 abgeschafften Umweltbonus kann der Cosmos nicht anrechnen. Die zehnjährige Kfz-Steuer-Befreiung für rein elektrische Fahrzeuge bleibt jedoch ein realer Vorteil gegenüber Benzinern. Geladen wird in Europa über CCS2 – den hierzulande gängigen Standard –, woraus sich kein Alleinstellungsmerkmal gegenüber der Konkurrenz ergibt.
Ob Lucid mit dem Cosmos tatsächlich das Volumengeschäft im DACH-Raum erreicht, hängt maßgeblich von der finalen Preisgestaltung und dem Ladenetzausbau ab – beides ist derzeit noch offen, laut InsideEVs.