CEO Klaus Zellmer sieht eine Preislücke zwischen dem in Indien gebauten Kylaq und der Fabia – doch bis zur Straßenzulassung in Europa sind noch viele Hürden zu nehmen.

Ein kleiner SUV aus Indien könnte Europas Einstiegssegment aufmischen. Skoda-Chef Klaus Zellmer hat öffentlich eingeräumt, dass zwischen dem in Indien gebauten Kylaq – Basispreis umgerechnet rund 6.800 Euro – und der Fabia (ab knapp 20.000 Euro) eine erhebliche Preislücke klafft. Ob der Konzern diese Lücke mit einem importierten Modell schließt, ist laut Zellmer noch nicht entschieden – die Geschäftslogik werde aber aktiv geprüft, berichtet Carscoops (Mai 2026).

Plattform und Technik

Der Kylaq steht auf der MQB-A0-IN-Architektur des VW-Konzerns – einer für Schwellenmärkte wie Indien kostenoptimierten Variante der bekannten MQB-A0-Plattform. Das Fahrzeug ist 3.995 mm lang und damit kürzer als ein Fabia-Schrägheck. Unter der Haube arbeitet ein 1,0-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner mit 115 PS (85 kW) und 178 Nm Drehmoment; zur Wahl stehen ein Sechsgang-Schaltgetriebe oder ein Automatikgetriebe. Bis Ende Februar 2026 wurden in Indien bereits über 50.000 Einheiten abgesetzt – Skoda peilt für das Gesamtjahr 2026 die Marke von 100.000 Fahrzeugen an, laut Skoda Storyboard (März 2025).

Der Weg nach Europa ist lang

Ein europäischer Marktstart ist alles andere als sicher. Der Kylaq müsste zunächst vollständig für den europäischen Markt homologiert werden – inklusive der strengen Euro-7-Abgasnorm, die ab 2025 schrittweise in Kraft tritt. Hinzu kommen europäische Sicherheitsstandards (Euro NCAP) sowie Zölle und Logistikkosten, die den indischen Einstiegspreis deutlich anheben würden. VW könnte Euro-7-Anforderungen über seine MQB-Evo-Plattform (ab 2025) und das vorgeschriebene Offset-Modell durch EV- und Plug-in-Hybrid-Verkäufe abfedern – ein etablierter Weg im Konzern.

Warum das Thema jetzt relevant ist

Chinesische Anbieter wie BYD und MG drängen mit günstigen SUV-Modellen in den europäischen Markt. Ein Kylaq, der auch nach Aufschlägen deutlich unter 15.000 Euro bleiben könnte, würde Skoda ein Gegenangebot im Volumenbereich ermöglichen – ohne ein neues Fahrzeug von Grund auf in Europa entwickeln zu müssen. Skoda übernimmt im VW-Konzern traditionell die globale Entwicklungsführung für die MQB-A0-Plattform, was eine Anpassung grundsätzlich erleichtern würde. Konkrete Preise, Termine oder eine offizielle Modellstrategie für den DACH-Raum gibt es bislang nicht.

Максим Тропко
Maksim Tropko
36 jahre (18 jahre am Steuer)