Sechs Jahre nach Elon Musks Versprechen, bis 2020 eine Million Robotaxis auf die Straße zu bringen, betreibt Tesla gerade einmal 20 vollautonom fahrende Fahrzeuge in den USA. Das geht aus Daten des Robotaxi Trackers hervor, die Electrek (Mai 26, 2026) ausgewertet hat. Die Flotte schrumpft – obwohl Tesla den kommerziellen Betrieb erst im vergangenen Jahr in Texas gestartet hat.
Zwanzig Fahrzeuge, drei Städte, kein Wachstum
Aktuell verteilt sich Teslas unbeaufsichtigter Betrieb wie folgt: 14 Fahrzeuge in Austin, 3 in Dallas und 3 in Houston. Der Flottenhöhepunkt lag im Dezember 2025 und Januar 2026 – seitdem gehen die Zahlen zurück. In den vergangenen 30 Tagen setzte Tesla zwar insgesamt 92 Fahrzeuge im Dienst ein, doch nur 33 davon fuhren ohne Sicherheitsfahrer. Im Bay Area in Kalifornien ist der Betrieb ohne Fahrer regulatorisch gänzlich untersagt; dort agiert Tesla lediglich als konventioneller Taxi-Vermittler mit menschlichem Fahrer am Steuer.
In Kürze soll der Dienst auf Phoenix, Miami, Orlando, Tampa und Las Vegas ausgeweitet werden – konkrete Startdaten nennt Tesla bislang nicht.
Sicherheitsdaten bremsen die Expansion
Die Ursache für die stagnierende Flottengröße liegt nach Einschätzung von Branchenbeobachtern in der Sicherheitsbilanz. Die NHTSA (US-Bundesbehörde für Straßenverkehrssicherheit) dokumentiert 14 Zwischenfälle auf rund 800.000 gefahrenen Kilometern – das entspricht einem Vorfall pro etwa 57.000 Kilometern. Zum Vergleich: Menschliche Fahrer verursachen statistisch einen Unfall pro rund 800.000 Kilometern. Aktive NHTSA-Untersuchungen betreffen Rotlichtverstöße, fehlerhafte Spurwechsel und Schwächen bei der Objekterkennung.
Tesla setzt bei seinem FSD-System (Full Self-Driving, Stufe 2 im SAE-Schema – also kein echtes autonomes Fahren, sondern ein Fahrassistenzsystem das ständige Fahrerkontrolle erfordert) ausschließlich auf Kameras. Waymo hingegen kombiniert Lidar, Radar und Kameras – ein deutlich kostenintensiverer, aber bislang sichererer Ansatz.
Waymo zeigt, wie Skalierung aussieht
Während Tesla in Texas mit zwei Dutzend Fahrzeugen testet, betreibt Waymo laut Electrek Waymo-Expansion (Mai 13, 2026) rund 3.000 Robotaxis in über 10 US-Städten – darunter San Francisco, Los Angeles, Phoenix, Austin, Atlanta und Miami – auf einer Gesamtfläche von mehr als 3.600 Quadratkilometern. Das Unternehmen absolvierte zuletzt 400.000 bis 500.000 bezahlte Fahrten pro Woche und peilt bis Ende 2026 eine Million Fahrten wöchentlich an. Im Februar 2026 sicherte sich Waymo zusätzliche 16 Milliarden US-Dollar Kapital.
Keine Auswirkungen auf den DACH-Markt
Weder Tesla noch Waymo betreibt zum gegenwärtigen Zeitpunkt einen kommerziellen Robotaxi-Dienst in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Waymo plant einen Markteintritt in London im Jahr 2026; Tokyo wird derzeit getestet. Eine verbindliche EU-Regulierung für hochautomatisierte Fahrzeuge (CAV-Richtlinie) steht noch aus – was europäische Pilotprojekte zusätzlich verzögert. Für DACH-Hersteller wie Audi, BMW, Mercedes-Benz und Porsche gibt es aktuell keine angekündigten Robotaxi-Partnerschaften mit Waymo oder Tesla.
Das FSD-v15-Update, das Teslas Sicherheitsbilanz verbessern soll, ist nach aktuellem Stand frühestens Ende 2026 oder Anfang 2027 zu erwarten.