Cupra macht Ernst mit seinem bisher größten Modell: CEO Markus Haupt hat gegenüber dem britischen Magazin Autocar bestätigt, dass der Tindaya-Konzept den Weg in die Serienproduktion geht. Das rund 4,72 Meter lange Premium-SUV soll über dem bisherigen Tavascan und dem Terramar positioniert werden und greift damit direkt Audi Q5 (ab rund 53.000 Euro), BMW X3 (ab rund 51.000 Euro) und Mercedes-Benz GLC (ab rund 51.000 Euro) an – zu einem geschätzten Einstiegspreis von etwa 69.000 Euro.
Plattform und Antrieb: Vieles noch offen
Technische Basis wird die SSP-Plattform (Scalable Systems Platform) des Volkswagen-Konzerns sein, die künftig als Nachfolger der MEB-Architektur zahlreiche Elektromodelle der Gruppe tragen soll. Ob der Tindaya als reines Batteriefahrzeug (BEV) oder mit einem Range-Extender – einem kleinen Verbrenner, der ausschließlich den Akku nachlädt – auf den Markt kommt, hat Haupt bewusst offengelassen. „Diese Entscheidung haben wir noch nicht getroffen", erklärte er. Cupra will die Antriebswahl erst kurz vor dem Produktionsstart festlegen, um auf die dann geltende Marktlage reagieren zu können.
Der Showcar-Konzept vom Münchener Autosalon 2023 trug noch einen Range-Extender mit einer Systemleistung von 360 kW / 490 PS. Ob diese Konfiguration in die Serie übernommen wird, gilt als unwahrscheinlich. Angaben zu Batteriegröße, WLTP-Reichweite oder Ladeleistung liegen bislang nicht vor. CCS2 als europäischer Ladestecker-Standard dürfte gesetzt sein.
Preis, Förderung und Wettbewerb
Der geschätzte Startpreis von rund 69.000 Euro (inkl. 19 % MwSt. für Deutschland) platziert den Tindaya im Premium-Plus-Segment. Staatliche EV-Förderung gibt es nicht: Der Umweltbonus wurde zum 17. Dezember 2023 eingestellt. Für Dienstwagenfahrer bleibt die 0,25-Prozent-Versteuerungsregel für rein elektrische Fahrzeuge mit einem Listenpreis bis 70.000 Euro rechnerisch knapp erreichbar – sofern der Tindaya als BEV unter dieser Grenze landet. In Österreich besteht weiterhin ein e-Mobilitätsbonus von 5.000 Euro für Privatpersonen; die Schweiz kennt keinen Bundesbonus.
Neben den deutschen Premium-Dreien konkurriert der Tindaya laut Cupra auch mit dem BMW iX3 und dem Volvo EX60. Genesis GV70 Electrified und Lexus RZ stehen ebenfalls im Raum, sind im deutschen Markt jedoch noch klar schwächer vertreten.
Zeitplan und Marktstrategie
Ein konkreter Marktstart für Deutschland, Österreich und die Schweiz ist nicht bestätigt. Branchenbeobachter rechnen mit einem Serienanlauf frühestens 2028, realistischer um 2029 bis 2030 – laut ecomento.de ein Schlüsselmodell auf dem Weg zu Cupras selbst gestecktem Ziel von 3 Prozent Weltmarktanteil bis 2030. Das Fertigungswerk steht noch nicht fest. Cupra positioniert den Tindaya bewusst als emotionale Alternative zu den etablierten deutschen Premiummarken – weniger konservativ in Design und Markenhaltung, dafür mit einem Preisschild, das den direkten Vergleich nicht scheut.