Drei Jahre nach dem Ende des R8 präsentiert Audi seinen nächsten Supersportwagen: den Nuvolari. Das Fahrzeug kostet in Deutschland 600.000 Euro inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer, leistet 736 kW (1.001 PS) und beschleunigt in 2,6 Sekunden auf 100 km/h. Weltweit entstehen nur 499 Exemplare – eine Größenordnung, die den Nuvolari direkt in das Territorium von Ferrari und Lamborghini katapultiert.
Antrieb und Technik
Der Nuvolari teilt seine Plattform mit dem Lamborghini Temerario, den Ingolstadt jedoch deutlich weiterentwickelt hat. Ein 4,0-Liter-V8-Biturbo mit 588 kW (800 PS) arbeitet mit drei Axialfluss-Elektromotoren zusammen – eine Technologie, die sonst vor allem im Rennsport eingesetzt wird. Das Ergebnis: 736 kW (1.001 PS) Systemleistung, Allradantrieb über das bekannte quattro-System mit adaptiver Momentenverteilung und eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 350 km/h.
Der Kraftstoffverbrauch wird nach dem europäischen Normzyklus (WLTP) gemessen; eine nennenswerte rein elektrische Reichweite ist nicht vorgesehen – Audi gibt hier intern rund 16 km an, ohne dies offiziell zu bestätigen.
Audi Nuvolari: Die Karosserie aus Kohlefaserverbundwerkstoff ist eine Premiere für ein Serienfahrzeug der Marke.
Karosserie und Fahrwerk
Erstmals in der Audi-Seriengeschichte besteht die gesamte Außenhaut aus Kohlefaserverbundwerkstoff (CFRP), aufgebaut auf einem überarbeiteten Audi Space Frame. Aktive Aerodynamik, darunter ein regelbarer Anpressdruck, sowie das neue System „quattro predictive ride" – das vorausschauend auf Fahrbahnunebenheiten reagiert – kommen beim Nuvolari zum Serieneinsatz. Beide Systeme sollen mittelfristig in weitere Audi-Modelle einfließen. Im Innenraum dominieren Kohlefaser-Sportsitze und Aluminiumelemente; das Cockpit ist fahrerzentriert ausgelegt.
Gebaut wird der Nuvolari teilweise im Lamborghini-Werk in Sant'Agata Bolognese – eine Rückkehr der deutsch-italienischen Zusammenarbeit, die mit dem R8-Auslauf 2024 unterbrochen worden war.
Preise, Verfügbarkeit und DACH-Kontext
In Deutschland startet der Nuvolari bei 600.000 Euro (inkl. 19 % MwSt). Zum Vergleich: Der R8 V10 Performance kostete zuletzt rund 215.000 Euro. Für Österreich und die Schweiz liegen noch keine offiziellen Listenpreise vor; angesichts der lokalen Steuerstrukturen sind moderate Abweichungen vom deutschen Nettopreis zu erwarten.
Die 0,25-Prozent-Dienstwagenregel für Elektrofahrzeuge greift hier nicht, da der Nuvolari kein reines Elektroauto ist. Steuerliche Anreize spielen in diesem Preissegment ohnehin eine untergeordnete Rolle.
Bestellbücher öffnen laut Motor1 Ende 2026, die Auslieferungen beginnen im ersten Halbjahr 2027. Das Fahrzeug wird ausschließlich als Linkslenker gebaut. Wie viele der 499 Exemplare für Deutschland, Österreich und die Schweiz reserviert sind, hat Audi bislang nicht kommuniziert.
Der Name Nuvolari ehrt den italienischen Rennfahrer Tazio Nuvolari, der in den 1930er-Jahren für Auto Union – den historischen Vorläufer von Audi – antrat.