Zwei kompakte B-SUVs auf STLA-Basis und ein Mittelklasse-Crossover in Kooperation mit Dongfeng sollen das europäische Jeep-Angebot ab 2027 deutlich erweitern.

Jeep baut sein europäisches Modellprogramm erheblich aus: Drei neue SUV-Modelle sollen ab 2027 auf den Markt kommen – zwei Kompaktwagen auf der STLA-Plattform sowie ein Mittelklasse-Crossover, der gemeinsam mit dem chinesischen Hersteller Dongfeng entwickelt wird. Das europäische Angebot, das aktuell nur aus Avenger und Compass besteht, würde sich damit nahezu verdoppeln. Gleichzeitig verschwindet der Wrangler bis Ende 2026 aus dem EU-Markt.

Zwei neue Kompakt-SUVs mit Hybrid- und Elektrooption

Die intern als B-SUV Compact und B-SUV Large bezeichneten Modelle werden voraussichtlich rund 4,20 Meter lang – damit etwas größer als der aktuelle Avenger mit 4,08 Metern, aber dennoch im Kompaktsegment positioniert. Jeep sieht für beide Fahrzeuge unterschiedliche Zielgruppen und schließt eine direkte gegenseitige Konkurrenz aus.

Beide Modelle basieren auf der STLA-Plattform (Stellantis-Konzernarchitektur, trägt unter anderem den Avenger), die Verbrenner, Voll-Hybride und reine Elektroantriebe unterstützt. Erwartet wird zudem eine neue Hybrid-Variante mit einem 1,2-Liter-Turbomotor – ein System, das Stellantis bereits beim Avenger-Refresh für 2027 einsetzt. Das Laden erfolgt voraussichtlich über den europäischen Ladestecker-Standard CCS2.

Einer der beiden Neuzugänge könnte den Namen Renegade tragen, der Ende 2025 aus dem Programm gefallen ist – bestätigt ist das bislang nicht. Endgültige Modellbezeichnungen hat Jeep noch nicht kommuniziert.

Mittelklasse-Crossover aus Wuhan mit Dongfeng

Das dritte Modell ist ein D-Segment-SUV (Mittelklasse), der in Wuhan im Rahmen des Stellantis–Dongfeng-Gemeinschaftsunternehmens DPCA gefertigt wird – laut Auto Motor und Sport (May 2026) ab 2027 für den globalen Export, einschließlich Europa. Jeep betont, es handle sich nicht um ein umgelabeltes chinesisches Fahrzeug: Design und technische Auslegung sollen Jeep-eigenen Standards folgen. Angeboten werden soll der Crossover in mehreren Antriebsvarianten, darunter Plug-in-Hybrid (PHEV) und vollelektrisch.

Konkrete Abmessungen, ein Preis für den deutschen Markt sowie der genaue Markteinführungstermin stehen noch aus.

Wrangler geht, Recon kommt – zu einem deutlich höheren Preis

Der Wrangler verlässt den EU-Markt bis Ende 2026. Jeep begründet das mit den verschärften Crashtestanforderungen und Emissionsvorschriften, die die charakteristische Karosseriekonstruktion des Wrangler nur schwer erfüllen kann. Als Nachfolger im Offroad-Segment tritt 2027 der Recon EV an – ein rein elektrischer SUV auf der STLA-Large-Plattform mit rund 440 kW / 598 PS. Die Preise in Deutschland werden auf circa 80.000 bis 95.000 Euro brutto geschätzt, laut HH-Autos (May 2026). Ein direkter kommerzieller Ersatz für den Wrangler als Verbrenner ist der Recon damit nicht.

Produktion: Zwei offene Fragen, eine Antwort

Den Fertigungsstandort für die beiden B-Klasse-Modelle hat Jeep noch nicht offiziell benannt. Das Unternehmen verweist auf einen bestehenden Produktionsplan und erwähnt den geplanten EU Industrial Acceleration Act, der Anreize für eine lokale Fertigung in Europa schaffen soll – eine konkrete Werksentscheidung steht aber aus. Für Kaufinteressierte bleibt der genaue Herstellungsort damit vorerst unbekannt.

Der Avenger erhält für das Modelljahr 2027 ein Facelift mit überarbeitetem Design, Matrix-LED-Scheinwerfern und 360-Grad-Kamera – am Antrieb ändert sich voraussichtlich nichts Grundlegendes.

Максим Тропко
Maksim Tropko
37 jahre (18 jahre am Steuer)