Bugattiс Designzentrale in Berlin hat die W16-Ära mit einem ungewöhnlichen Projekt beendet: dem W16 Mistral Blanc Éternel, einem Unikat, das in Zusammenarbeit mit der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin (KPM) entstand. KPM ist eine der ältesten Porzellanmanufakturen Europas – gegründet 1763. Der Roadster markiert den Abschluss der 99-Einheiten-Produktionsserie des W16 Mistral und damit das Ende des W16-Straßenfahrzeug-Kapitels, das 2005 mit dem Veyron begann.
Porzellan an einem 420-km/h-Fahrzeug
Die Herausforderung lag im Material selbst: Porzellan schrumpft beim Brennen im Ofen um rund 17 Prozent. Das KPM-Team musste jedes einzelne Bauteil zunächst deutlich größer anfertigen, als es am Fahrzeug benötigt wird – erst nach dem Brennvorgang erreichten die Teile ihre Endmaße und konnten passgenau montiert werden. Auf der Motorhaube, der Öleinfülldeckel und dem Tankdeckel sowie den EB-Emblemen sitzt echtes Berliner Porzellan, jeweils mit dem königlichen Zepter – dem KPM-Markenzeichen – versehen.
Bugatti W16 Mistral Blanc Éternel – Porzellanelemente auf der Motorhaube, gefertigt in Zusammenarbeit mit KPM Berlin.
Die Karosserie trägt weißen Basislack. Darauf haben Bugatti-Handwerker Dutzende feine schwarze Linien von Hand aufgetragen. Sie folgen den sogenannten NURBS-Kurven (Non-Uniform Rational B-Splines) – das sind die mathematischen Oberflächen, aus denen Karosseriepanele digital konstruiert werden. Das Ergebnis macht die verborgene Geometrie des Fahrzeugs sichtbar.
Porzellan auch im Innenraum
Im Cockpit setzt sich das Konzept fort: Porzellaneinlagen finden sich am Getriebewahlhebel, den Lautsprecherblenden, der Mittelkonsolen-Armauflage, den seitlichen Kniepads und den Fensterhebertasten. Die schwarzen Linien aus der Außenhaut wiederholen sich auf der weißen Lederausstattung – aufgebracht mit einer eigens entwickelten Maskier- und Drucktechnik, die jeden Lederzuschnitt einzeln behandelt.
Bugatti W16 Mistral Blanc Éternel – handaufgetragene NURBS-Linien auf weißem Leder im Innenraum.
Es ist nicht das erste Mal, dass Bugatti und KPM kooperieren: 2011 entstand bereits der Veyron Grand Sport Vitesse L'Or Blanc, der auf einer weißen Porzellanskulptur des italienischen Designers Enzo Mari für KPM basierte. Blanc Éternel ist die zweite gemeinsame Arbeit – und vorerst die letzte mit dem W16-Aggregat.
Porzellankollektion für €195 bis €225
Wer kein Budget für ein siebenstelliges Hypercar-Unikat mitbringt, kann die Zusammenarbeit über die Blanc-Éternel-Porzellankollektion nachvollziehen. KPM und Bugatti veröffentlichen 1.000 handgefertigte Stücke: den To-Drive Cup (195 €) und den Aviator Cup in zwei Größen (225 €), jeweils inklusive 19 % MwSt. Erhältlich sind die Teile direkt über KPM-Berlin Official. Den Hypercar selbst hat Bugatti als Auftragsarbeit platziert; ein Verkaufspreis wurde nicht kommuniziert. Laut Bugatti Newsroom ist die Produktion aller 99 Mistral-Exemplare inzwischen abgeschlossen.