Im ersten Halbjahr 2026 hat Honda in den USA insgesamt 226.114 Einheiten des CR-V verkauft und damit den seit Jahren dominierenden Ford F-150 (209.311 Einheiten) und den Toyota RAV4 (153.955 Einheiten) auf die Plätze verwiesen. Hybridvarianten machen inzwischen 56 Prozent der CR-V-Verkäufe in den USA aus. In Deutschland sieht die Lage hingegen grundlegend anders aus: Honda hält hier einen Marktanteil deutlich unter einem Prozent, der CR-V kämpft gegen deutlich stärker verankerte Wettbewerber.
Hintergründe des US-Erfolgs
Das amerikanische Ergebnis ist auch ein Produkt von Problemen bei der Konkurrenz. Toyota stellt gerade das RAV4 auf die neue Modellgeneration 2026 um – Produktionsunterbrechungen ließen die Lagerbestände bei den Händlern schrumpfen, die RAV4-Verkäufe brachen in der Folge um 36 Prozent ein. Ford verlor zum Jahresende 2025 einen wichtigen Aluminiumzulieferer durch einen Brand; das Lagerdefizit beim F-150 zog sich bis ins erste Halbjahr 2026. Honda nutzte den Spielraum: Die Händlervorräte des CR-V lagen zeitweise bei nur 15 Verkaufstagen – ein Zeichen für hohe Nachfrage bei laufender Vollauslastung der Produktion.
CR-V in Deutschland: Preise, Antrieb, Wettbewerb
Seit dem zweiten Halbjahr 2023 ist der CR-V der sechsten Generation in Deutschland erhältlich. Der e:HEV-Vollhybrid startet laut CarWow: Honda CR-V 2026 Preise & Test bei 46.900 Euro (inkl. 19 % MwSt.) und verbraucht nach dem europäischen Normverbrauchszyklus (WLTP) kombiniert 6,0 l/100 km. Der Plug-in-Hybrid e:PHEV kommt auf 77 bis 78 km rein elektrische Reichweite nach EAER-Norm und ist bis etwa 56.900 Euro konfigurierbar.
Als direkte Konkurrenten stehen VW Tiguan, Skoda Kodiaq, Mazda CX-5 sowie der BYD Seal U DM-i (ein Plug-in-Hybrid mit größerer elektrischer Reichweite) im Regal. Honda muss sich gegen Modelle mit deutlich tieferer Händlerpräsenz und bekannteren Markennamen im deutschen Markt behaupten.
Förderung und steuerliche Lage
Seit dem 17. Dezember 2023 ist der Umweltbonus in Deutschland eingestellt – Hybridmodelle wie der CR-V e:HEV und e:PHEV erhalten keine Bundesförderung mehr. Relevant bleibt die 0,25-Prozent-Dienstwagenregel für reine Elektrofahrzeuge mit einem Listenpreis bis 70.000 Euro sowie die zehnjährige Kfz-Steuerbefreiung für BEV. In Österreich besteht weiterhin ein e-Mobilitätsbonus von 5.000 Euro für förderfähige Elektrofahrzeuge; die Schweiz kennt keinen Bundesbonus.
US-Trend ohne direkten DACH-Effekt
Ob die US-Spitzenposition den CR-V-Absatz in Deutschland beflügelt, bleibt offen. Der Ford F-150 XLT ist seit Ende Mai 2026 erstmals offiziell über rund 30 Hedin US Motor-Händler in Deutschland erhältlich – ab 64.300 Euro, 5,0-Liter-V8 mit 299 kW / 406 PS und einem WLTP-Verbrauch von 13,0 l/100 km, laut KFZ-Betrieb: Ford F-150 XLT Europa-Start. Das ist ein Nischenprodukt, das den deutschen Zulassungsmarkt kaum bewegt. Die US-Hierarchie der meistverkauften Modelle bleibt für den DACH-Markt eine Zahl ohne unmittelbare Kaufrelevanz.