Alpine beendet 2026 die Benziner-Ära der A110 und zeigt in Goodwood den FUTURE-Prototyp auf 800-Volt-Basis – der Serien-Stromer soll 2027 kommen.

Alpine läutet das Ende einer Ära ein: Die Produktion der Benziner-A110 im nordfranzösischen Dieppe endet im Sommer 2026, nach 28.701 gebauten Einheiten der zweiten Generation. Als letztes Exemplar markiert die A110 R70 den Abschluss der Verbrenner-Linie. Beim Goodwood Festival of Speed vom 9. bis 12. Juli 2026 rollt mit dem sogenannten A110 FUTURE erstmals ein Entwicklungsträger für die dritte Generation an die Öffentlichkeit – vollständig elektrisch, auf neuer 800-Volt-Architektur.

Plattform und Antrieb

Basis des kommenden Serienfahrzeugs ist die Alpine Performance Platform (APP), eine vollständig aus Aluminium gefertigte Konstruktion. Das 800-Volt-Bordnetz – das schneller lädt als das verbreitetere 400-Volt-System – kombiniert Alpine mit einer Cell-to-Pack-Batterie hoher Energiedichte. Um die für Mittelmotorsportwagen typische Gewichtsverteilung von 40:60 zwischen Vorder- und Hinterachse zu erhalten, teilen die Ingenieure den Akku in zwei separate Blöcke auf.

Alpine A110 FUTURE – Entwicklungsträger für die dritte Generation der A110 mit 800-Volt-Architektur und geteiltem Akkupaket.Alpine A110 FUTURE – Entwicklungsträger für die dritte Generation der A110 mit 800-Volt-Architektur und geteiltem Akkupaket.

Den Antrieb übernimmt ein kompaktes Drei-in-Eins-Heckantriebsmodul mit zwei Elektromotoren und Siliziumkarbid-Wechselrichtern (SiC), die präzisere Drehmomentverteilung ermöglichen. Dazu kommen eine vollständig aus Aluminium gefertigte Radaufhängung sowie neu integrierte Lenk- und Bremssysteme. Alpine-Chef Laurent Rossi nannte als Zielmarke mehr als 540 km – ob das einem WLTP-Wert (europäischer Normverbrauchszyklus) entspricht, ist bislang nicht bestätigt. Auch der Preis für den Serien-Stromer steht noch nicht fest.

Was Goodwood zeigt

Der FUTURE-Prototyp trägt noch die karossierte Hülle der aktuellen A110 – geweitet und getarnt. Das finale Seriendesign bleibt vorerst verdeckt; eine vollständige Enthüllung wird für den Pariser Autosalon im vierten Quartal 2026 erwartet. In Goodwood nimmt das Fahrzeug täglich an Demonstrationsfahrten teil. Zum Auftakt am 9. Juli fährt der FUTURE gemeinsam mit klassischen Alpine A110 auf die Strecke, bevor der Formel-1-Rennwagen Alpine E20 mit V8-Motor einen eigenen Lauf absolviert. Die F1-Piloten Pierre Gasly und Franco Colapinto sowie Academy-Fahrer wie Nina Gademan sind ebenfalls dabei.

Aktuelle Stromer und DACH-Verfügbarkeit

Wer nicht bis 2027 warten will, findet bei Alpine bereits zwei Elektromodelle: Der A290 (Fließheck, 160 kW / 218 PS) ist ab 38.700 Euro erhältlich und kommt laut WLTP auf rund 380 km; geladen wird über CCS2 mit bis zu 100 kW Gleichstrom oder 11 kW Wechselstrom. Der A390 GTS (Sportlimousine, 345 kW / 470 PS) kostet ab 67.500 Euro, erreicht 497 bis 551 km nach WLTP und lädt mit bis zu 190 kW. Beide sind über autorisierte Alpine-Zentren in Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt bestellbar. Der staatliche Umweltbonus für Elektrofahrzeuge wurde in Deutschland am 17. Dezember 2023 eingestellt; die 0,25-Prozent-Dienstwagenregelung gilt jedoch weiterhin für E-Autos mit einem Listenpreis bis 70.000 Euro. In Österreich besteht der e-Mobilitätsbonus von 5.000 Euro fort; in der Schweiz gibt es keinen Bundesbonus.

Максим Тропко
Maksim Tropko
37 jahre (18 jahre am Steuer)