Euro NCAP hat erstmals zwei Fahrzeuge nach den überarbeiteten Prüfprotokollen des Jahres 2026 bewertet: der BMW iX3 und der Zeekr 7GT erhielten beide fünf Sterne. Das Ergebnis hat Gewicht, denn die neue Norm gilt als umfangreichste Reform des Bewertungssystems seit 2009. Für Kaufentscheidungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz – wo der staatliche Umweltbonus seit Dezember 2023 weggefallen ist – gewinnen unabhängige Sicherheitsnoten zusätzlich an Bedeutung.
Vier Kategorien statt einer Gesamtnote
Das neue Euro-NCAP-Rahmenwerk bewertet Fahrzeuge in vier Bereichen: sicheres Fahren, Unfallvermeidung, Crashschutz und Sicherheit nach dem Unfall. Jede Kategorie wird separat mit bis zu 100 Punkten bewertet; ein Mindestschwellenwert in jedem Bereich ist Pflicht für die Fünf-Sterne-Auszeichnung. Neu im Protokoll ist auch ein Frontalaufpralltest bei 35 km/h – eine direkte Folge von ADAC-Unfallforschung, die zeigt, dass bei niedrigen Geschwindigkeiten paradoxerweise höhere Kräfte auf Insassen wirken, weil Karosserie und Gurtsystem auf höhere Aufprallenergie ausgelegt sind. Die ADAC-Teststandorte Landsberg und Penzing sind dabei als primäre Prüfzentren für Deutschland benannt.
BMW iX3: Stärken nach dem Unfall
Der BMW iX3 – erste Neue-Klasse-Baureihe von BMW überhaupt – erzielte beim sicheren Fahren 73 %, bei der Unfallvermeidung 83 %, beim Crashschutz 86 % und beim Post-Crash-Bereich 95 %. Besonders positiv bewertet wurde der Schutz von Kindern auf der Rücksitzbank sowie das Verhalten bei Seitenaufprällen. Euro NCAP hob zudem hervor, dass die versenkbaren elektrischen Türgriffe des iX3 nach einem Unfall über einen mechanischen Notöffner zugänglich bleiben.
Zum Marktstart: Der iX3 50 xDrive (235 kW / 320 PS) ist seit März 2026 bestellbar und ab 70.900 € erhältlich. Das Einstiegsmodell iX3 40 kommt ab Sommer 2026 für 63.400 € (jeweils inkl. 19 % MwSt.) – laut BMW Group Pressemitteilung mit einer WLTP-Reichweite von bis zu 635 km für die Long-Range-RWD-Variante.
Zeekr 7GT: Höhere Punktzahl, niedrigerer Preis
Der Zeekr 7GT schnitt in drei von vier Kategorien besser ab als der BMW: 89 % bei der Unfallvermeidung, 93 % beim Crashschutz und ebenfalls 95 % nach dem Unfall. Beim sicheren Fahren erzielte er 79 % (BMW: 73 %). Zeekr legte Euro NCAP über 70 technische Berichte vor – ein ungewöhnlich hoher Dokumentationsaufwand für einen Newcomer. Der Hersteller ist inzwischen auf elf europäischen Märkten aktiv.
Preislich beginnt der Zeekr 7GT Business Edition RWD bei 47.990 €, wie die VISION mobility berichtet. Das sind rund 8.500 € weniger als ein BMW i4 (ab 56.500 €) und knapp 16.000 € unter dem iX3 50 xDrive. Wer die 0,25-%-Dienstwagenregel für Elektroautos bis 70.000 € UVP nutzen möchte, fährt mit dem Zeekr 7GT deutlich unterhalb der Grenze – beim iX3 40 bleibt noch knapp 6.600 € Spielraum. Reguläre Auslieferungen des Zeekr 7GT starten ab Juli 2026, Vorbestellungen sind bereits möglich.