Xiaomi erweitert seine Automarke um eine zweite Modellreihe: Die neue Serie Skynomad umfasst zwei große SUVs mit seriellen Hybrid-Antrieben (EREV – Extended Range Electric Vehicle), bei denen ein Benzinmotor ausschließlich als Generator dient und die Räder nie direkt antreibt. Der N70 und der größere N90 tauchten Anfang Juli 2026 im chinesischen Zulassungsregister (MIIT, 409. Charge) auf. Einen Marktstart in Deutschland oder der EU hat Xiaomi bislang nicht angekündigt.
Antrieb und Reichweite
Beide Modelle nutzen denselben 1,5-Liter-Turbobenziner von Harbin Dongan (112 kW / 152 PS), der ausschließlich die Traktionsbatterie lädt – ein serieller Hybrid, kein Parallel-Hybrid wie europäische Plug-in-Hybride.
Der N70 (4.960 mm lang, fünf Sitze) kommt in zwei Versionen: Die Basisvariante trägt eine 52-kWh-LFP-Batterie (Sunwoda) und einen Heckmotor mit 210 kW (286 PS); die rein elektrische Reichweite liegt bei 270 km nach chinesischem CLTC-Zyklus – umgerechnet auf den europäischen WLTP-Standard sind das rund 230 km. Die Allradversion N70 Max kombiniert einen zweiten Frontmotor (100 kW / 136 PS) mit einer 76-kWh-NMC-Batterie (CALB) für bis zu 380 km CLTC (ca. 323 km WLTP). Der Verbrauch im reinen Benzinbetrieb liegt bei 5,8 bzw. 6,2 l/100 km.
Xiaomi Skynomad N70: 4.960 mm langer Fünfsitzer mit serieller Hybrid-Architektur und bis zu 380 km elektrischer Reichweite (CLTC).
Der N90 (5.285 mm, fünf oder sieben Sitze) ist bislang nur in der Max-Variante homologiert: identischer Antriebsstrang wie der N70 Max, 76-kWh-Akku, 370 km CLTC (ca. 315 km WLTP). Die kombinierte Gesamtreichweite soll laut Xiaomi über 1.500 km betragen. Besonderes Ausstattungsmerkmal: um 180 Grad drehbare Vordersitze sowie eine Camping-Edition mit ausfahrbarem Dachzelt und Seitenablagen.
Xiaomi Skynomad N90: Vollformatiger SUV mit 5.285 mm Länge, optional sieben Sitzen und drehbaren Vordersitzen.
DACH-Relevanz und Zollfrage
In China werden die Modelle ab dem dritten oder vierten Quartal 2026 erwartet; Preise sollen zwischen rund 29.300 Euro und 56.250 Euro liegen. Für Deutschland, Österreich oder die Schweiz gibt es keinen bestätigten Zeitplan – laut Teltarif.de ist auch langfristig unklar, ob das Modell nach Europa kommt.
Interessant bleibt die Antriebswahl aus handelspolitischer Perspektive: Auf chinesische Elektroautos (BEV) erhebt die EU seit 2024 Ausgleichszölle von 20,7 Prozent für Xiaomi-Fahrzeuge. Ob EREV-Modelle unter diese Regelung fallen oder als Hybridfahrzeuge abweichend eingestuft werden, ist noch nicht abschließend geklärt – laut Automotive World prüfen mehrere chinesische Hersteller diese Route für den EU-Markteintritt.
Xiaomis bisherige EU-Planung konzentriert sich auf reine Elektromodelle wie den SU7 und YU7. Ob der Skynomad jemals folgt, bleibt vorerst offen.