Das Joint Venture aus Chery und Jaguar Land Rover bringt den Freelander 8 als eigenständige Marke nach Europa – mit 46-Zoll-Panoramadisplay, EREV-Antrieb und geschätzten 45.000 bis 55.000 Euro.

Das Joint Venture aus Chery und Jaguar Land Rover hat den Freelander 8 auf der Pekinger Automesse im April 2026 vorgestellt und dabei erste offizielle Innenraumbilder veröffentlicht. Der 5,1 m lange SUV soll ab der zweiten Jahreshälfte 2027 in Europa verkauft werden – Großbritannien ist bereits bestätigt, ein konkreter Starttermin für Deutschland, Österreich oder die Schweiz steht noch aus. Inoffiziellen Schätzungen zufolge könnte der Einstiegspreis zwischen 45.000 und 55.000 Euro (inkl. 19 % MwSt.) liegen.

Antrieb und Reichweite

Der Freelander 8 First Edition setzt auf einen EREV-Antrieb (Range Extender Electric Vehicle): Ein 1,5-Liter-Turbobenziner mit 115 kW fungiert als Generator und lädt die 60,3-kWh-Traktionsbatterie, die zwei Elektromotoren – je einen pro Achse – mit Strom versorgt. Die Systemleistung beträgt 412 kW (561 PS), der Allradantrieb ist serienmäßig. Die elektrische Reichweite gibt der Hersteller mit 221 km nach dem chinesischen CLTC-Zyklus an; umgerechnet auf den europäischen WLTP-Standard (Normverbrauchszyklus) ergibt sich ein geschätzter Wert von rund 188 km – die Marke hat keinen offiziellen WLTP-Wert veröffentlicht.

Das 800-Volt-Bordnetz – das schneller lädt als das verbreitetere 400-Volt-System – erlaubt Gleichstrom-Ladeleistungen von bis zu 350 kW (6C). Für Europa wird CCS2 (europäischer Ladestecker-Standard) erwartet, eine offizielle Bestätigung fehlt bislang.

Cockpit mit 46-Zoll-Panoramadisplay

Das auffälligste Merkmal im Innenraum ist das sogenannte Panoramic Intelligent Display: Der Querbildschirm misst 46,3 Zoll in der Diagonale und erstreckt sich über rund 1,2 m Breite – fast die gesamte Fahrzeugbreite unterhalb der Windschutzscheibe. Die Auflösung beträgt 8K, als Prozessor arbeitet ein Qualcomm Snapdragon 8397. Einen klassischen Head-up-Display-Projektor gibt es nicht; stattdessen zeigt der Panorambildschirm Fahrerinformationen direkt im Blickfeld. Ein separates, etwa 17 Zoll großes Zentraldisplay übernimmt Infotainment und Klimabedienung.

Das Konzept erinnert an das BMW Panoramic Vision der Neue-Klasse-Modelle, geht in der Breite aber deutlich weiter.

Markteinordnung und Förderung

Mit einem geschätzten Preis von 45.000 bis 55.000 Euro positioniert sich der Freelander 8 EREV zwischen einem Tesla Model Y (ab rund 44.990 Euro) und einem Defender 110 (ab rund 70.000 Euro). Liegt der endgültige Listenpreis bei maximal 70.000 Euro brutto, greift für Dienstwagennutzer die 0,25-%-Versteuerungsregel. Den staatlichen Umweltbonus gibt es in Deutschland seit dem 17. Dezember 2023 nicht mehr. In Österreich besteht weiterhin ein e-Mobilitätsbonus von 5.000 Euro; die Schweiz kennt keinen Bundesbonus.

Der Freelander 8 wird nicht über JLR-Händler vertrieben, sondern über ein eigenständiges Freelander-Händlernetz – wo genau in der DACH-Region Standorte entstehen, ist noch offen. Neben der EREV-Version sind ein reines Elektromodell (BEV) und ein Plug-in-Hybrid (PHEV) geplant; deren Markteinführungszeitplan für Europa hat Chery-JLR bislang nicht kommuniziert.

Максим Тропко
Maksim Tropko
37 jahre (18 jahre am Steuer)