In Deutschland sind Model S und X seit Juli 2025 nicht mehr bestellbar. Tesla räumt in Fremont den Produktionsplatz für seinen Humanoidroboter Optimus frei – Marktstart frühestens Ende 2026.

Tesla hat den Rückbau seiner traditionsreichen Fertigungslinie in Fremont, Kalifornien, abgeschlossen. Binnen 46 Tagen wurde dort der Montagebereich für Model S und Model X demontiert – nach laut ecomento.de offizieller Bestätigung vom April 2026. Für Kaufinteressierte in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das längst Realität: Model S und Model X verschwanden im Juli 2025 aus dem deutschen Konfigurator.

Verkaufszahlen erzählen die ganze Geschichte

Die Nachfrage war schon lange rückläufig. Im ersten Halbjahr 2025 wurden in Deutschland gerade einmal 58 Model S und 59 Model X neu zugelassen – gegenüber 6.305 Einheiten allein beim Model Y im gleichen Zeitraum, wie der ADAC berichtet. Weltweit entfielen Model S und X gemeinsam mit dem Cybertruck auf unter 3 Prozent der Tesla-Gesamtverkäufe 2025. Tesla fasste alle drei in der Kategorie „Sonstige Modelle" zusammen – ein klares Zeichen sinkender Priorität.

Model S gilt als Wegbereiter des modernen Elektroautos: Als es 2012 auf den Markt kam, bewies es erstmals, dass Reichweite, Leistung und Komfort kein Widerspruch sein müssen. Model X folgte 2015 mit denselben technischen Grundlagen und den markanten Falcon-Wing-Türen. Beide Modelle haben die Branche geprägt – ihr kommerzielles Ende war dennoch absehbar.

Optimus: Roboter statt Oberklasse-Limousine

Auf der freigewordenen Fläche in Fremont will Tesla Fertigungsanlagen für seinen Humanoidroboter Optimus aufbauen. Elon Musk nannte eine Zielkapazität von einer Million Einheiten pro Jahr – ohne konkreten Zeitplan. Als ersten öffentlichen Auftritt in Europa zeigte Tesla den Roboter am 20. Dezember 2025 in Berlin.

Als möglichen Preisbereich nannte Musk 20.000 bis 25.000 US-Dollar ab Werk – umgerechnet grob 17.000 bis 21.000 Euro, wobei weder Mehrwertsteuer noch ein verbindlicher deutscher Endkundenpreis feststehen, wie ZDF berichtet. Für den Privatmarkt ist Optimus vorerst nicht vorgesehen: Tesla setzt zunächst auf industrielle Pilotanwendungen – Materialtransport und Handhabung in der eigenen Fabrik. Eine Zulassung oder ein Homologationsverfahren für den deutschen Markt ist bislang nicht eingeleitet.

Was bleibt und was kommt

Wer noch ein Model S oder Model X kaufen möchte, findet allenfalls Lagerfahrzeuge beim Händler oder Gebrauchte auf dem Sekundärmarkt. Neubestellungen sind in Deutschland dauerhaft eingestellt. Das Tesla-Werk in Grünheide bei Berlin fertigt weiterhin Model Y; ob der Standort künftig in die Optimus-Produktion eingebunden wird, hat Tesla bislang nicht kommuniziert.

Tesla vollzieht damit einen merklichen Strategiewechsel: weg vom Premium-Fahrzeugsegment, hin zu Volumenmodellen wie Model 3 und Model Y – und perspektivisch zur Robotik.

Максим Тропко
Maksim Tropko
37 jahre (18 jahre am Steuer)