Der Lotus Emeya 900 hat am 20. Juli 2026 auf dem Sepang International Circuit in Malaysia einen neuen Rundenrekord für seriennahe Elektrofahrzeuge aufgestellt. GT-Champion Daniel Lu umrundete die 5,5 km lange Strecke in 2:20.317 Minuten – mehr als sieben Sekunden schneller als der zuvor öffentlich dokumentierte Bestwert von 2:27.790. Entscheidend für den Markt: Das Fahrzeug entsprach vollständig der Serienspezifikation, ohne Rennvorbereitung.
Antrieb, Reichweite und Laden
Der Emeya 900 – bislang auch als Emeya R+ bekannt – leistet 675 kW (918 PS) aus zwei Elektromotoren. Die WLTP-Reichweite (europäischer Normverbrauchszyklus) liegt zwischen 435 und 485 km bei einem Verbrauch von 22,4 kWh/100 km aus dem 102-kWh-Akku. Das 800-Volt-Bordnetz – das schneller lädt als das verbreitetere 400-Volt-System – ermöglicht eine Ladung von 10 auf 80 Prozent in rund 18 Minuten. Geladen wird über CCS2, den europäischen Ladestecker-Standard.
Damit positioniert sich der Emeya 900 direkt neben dem Porsche Taycan Turbo S Plus (WLTP rund 450 km) und dem Mercedes-AMG EQS 53+ (WLTP ab rund 620 km in der Basisvariante), die in Deutschland zwischen 103.000 und 150.000 Euro kosten.
Lotus Emeya 900 auf dem Sepang International Circuit: GT-Champion Daniel Lu stellte den Rekord auf dem Serien-Fahrzeug ohne Rennmodifikationen auf.
Preise, Steuern und Verfügbarkeit
In Deutschland ist der Emeya 900 Sport ab 145.990 Euro (inkl. 19 % MwSt.) erhältlich, laut ADAC-Fahrzeugkatalog. Das Modell liegt damit deutlich über der 70.000-Euro-Grenze für die 0,25-%-Dienstwagenregelung – für Dienstwagenfahrer gilt daher der reguläre Satz von 0,5 % des Listenpreises monatlich als geldwerter Vorteil. Die zehnjährige Kfz-Steuerbefreiung für Elektrofahrzeuge greift hingegen unabhängig vom Preis und gilt vollständig. Der Umweltbonus ist seit dem 17. Dezember 2023 eingestellt. In Österreich besteht ein e-Mobilitätsbonus von 5.000 Euro, in der Schweiz gibt es keinen Bundesbonus.
Zum Redaktionsschluss waren auf mobile.de rund 36 Neu- und 25 Gebrauchtfahrzeuge gelistet (Stand: 21. Juli 2026). Das Händlernetz von Lotus befindet sich noch im Aufbau – Interessierte sollten die lokale Serviceverfügbarkeit vorab prüfen.
Was der Sepang-Rekord wirklich belegt
Sepang gilt als technisch anspruchsvolle Strecke: Lange Hochgeschwindigkeitsgerade wechseln mit engen und schnellen Kurven, was Antrieb, Bremsen, Aerodynamik und Fahrwerksbalance gleichzeitig fordert. Für schwere Elektrofahrzeuge ist das besonders belastend – Batterie- und Bremstemperatur können das Rundenzeittempo über eine vollständige Runde erheblich beeinflussen.
Ob Lotus plant, einen vergleichbaren Versuch auf einer deutschen Strecke – etwa dem Nürburgring – zu unternehmen, ließ der Hersteller bislang offen. Ein solcher Nachweis würde das Kaufargument für den heimischen Markt weiter schärfen, berichtet GlobeNewswire zur Sepang-Aktion.