Ab 2027 soll Apples MapKit for Automotive tief ins Infotainment der neuen UEV-Plattform eingebunden sein – mit Ladeplanung und BlueCruise-Unterstützung. Ob das in Deutschland erhältlich sein wird, ist noch unbestätigt.

Ford plant, Apple Maps ab 2027 fest in die Fahrzeugsoftware seiner neuen UEV-Elektroarchitektur einzubetten – nicht als CarPlay-Spiegelung, sondern als nativ integriertes System. Das erste Modell auf dieser Plattform soll ein kompakter Elektropickup mit einem Einstiegspreis von rund 30.000 US-Dollar (umgerechnet etwa 28.000 bis 30.500 Euro brutto inkl. 19 % MwSt) werden. Ob und wann diese Fahrzeuge nach Deutschland, Österreich oder in die Schweiz kommen, hat Ford bislang nicht offiziell bestätigt.

Navigation mit Batterie-Bewusstsein

Der wesentliche Unterschied zu bisherigen Lösungen: Apple Maps wird über das MapKit for Automotive SDK direkt in die Fahrzeugelektronik eingebunden. Navigationsvorgaben erscheinen damit nicht nur auf dem zentralen Touchscreen, sondern auch im digitalen Kombiinstrument und – je nach Ausstattung – im Head-up-Display. Hinzu kommen Echtzeit-Verkehrs- und Störungsmeldungen.

Für Elektrofahrzeuge besonders relevant ist die Kopplung mit dem Antriebssystem: Apple Maps soll Ladestopps reichweitenbewusst einplanen und Ladesäulen entlang der Route anzeigen. Außerdem unterstützt das System die Vorkonditionierung des Akkus – die Batterie wird vor der Ankunft an einer Schnellladestation automatisch auf die optimale Temperatur gebracht, was die Ladedauer verkürzt. Diese Funktion war bislang meist nur über herstellereigene Navigationssysteme zugänglich; CarPlay- oder Android-Auto-Verbindungen ließen den Zugriff auf Batteriedaten typischerweise nicht zu.

BlueCruise und Datenschutz

Die Zusammenarbeit geht über die Navigation hinaus: Laut heise online fließen die Kartendaten von Apple Maps auch in die nächste Generation von Fords BlueCruise-Assistenzsystem (Level-2-Fahrassistenz, das heißt: Hände frei, Fahrer bleibt verantwortlich) ein. Detaillierte Straßendaten sollen dabei helfen, Autobahnauffahrten, Ausfahrten und Spurführung präziser zu erkennen. BlueCruise ist vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) für Deutschland zugelassen und funktioniert auf mehr als 135.000 Kilometern freigegebener Strecke in 16 EU-Märkten.

Apple betont, das MapKit for Automotive SDK halte dieselben Datenschutzprinzipien ein wie die reguläre Maps-App: Navigationsaktivitäten werden nicht mit dem Apple-Account des Nutzers verknüpft.

Verfügbarkeit in DACH unklar

Die entscheidende Einschränkung: Ford hat die Einführung der UEV-Plattform in Europa bislang nicht offiziell angekündigt. Ford-Chef Jim Farley deutete in einem Interview die Möglichkeit an, eine konkrete Zusage blieb jedoch aus, wie MarketScreener DE berichtet. Preise, Ausstattungslinien und ein Händlerstart für den deutschsprachigen Markt sind damit noch völlig offen. Für Europa wäre als Ladeschnittstelle CCS2 (europäischer Ladestecker-Standard) zu erwarten – auch das ist offiziell nicht bestätigt.

Der Umweltbonus für Elektroautos wurde in Deutschland bereits zum 17. Dezember 2023 eingestellt; in Österreich besteht noch ein e-Mobilitätsbonus von 5.000 Euro, in der Schweiz gibt es keinen Bundesbonus. Wie sich ein möglicher UEV-Preis im DACH-Markt positionieren würde, bleibt abzuwarten.

Максим Тропко
Maksim Tropko
37 jahre (18 jahre am Steuer)