Kia hat in einem offiziellen Video aus seinem Designzentrum eine zweite Karosserievariante des Konzeptfahrzeugs Vision Meta Turismo gezeigt: einen Shooting Brake mit verlängertem Dach und größerer Glasfläche. Das Fahrzeug existiert bislang ausschließlich als Designmodell im Maßstab 1:1 – ein fahrbarer Prototyp wurde nicht gebaut. Ob es jemals in Serie geht, ist offen; für Europa fehlen Antriebsdaten, Reichweite und Preisvorstellung vollständig.
Zwei Karosserien, eine offene Frage
Neben der bereits im Dezember 2025 vorgestellten viertürigen Limousine – zum 80. Firmenjubiläum von Kia enthüllt – zeigt das Designteam nun die Kombi-Variante. Der Shooting Brake übernimmt Proportionen und Felgendesign der Limousine, unterscheidet sich aber durch die geänderte Dachlinie und einzelne Karosseriedetails. Laut Kia-Designchef Karim Habib und Europachef Oliver Samson prüft das Unternehmen derzeit die technische Machbarkeit – eine Produktionszusage gibt es nicht.
Konzeptionell tritt der Vision Meta Turismo als Nachfolger des Kia Stinger (2017–2023) an, ersetzt dessen 3,3-Liter-V6-Biturbo-Benziner aber durch einen rein elektrischen Antrieb. Konkrete Werte – Leistung in kW, Reichweite nach europäischem Normverbrauchszyklus (WLTP) oder Ladeleistung – hat Kia bisher nicht genannt.
Das Interieur: Gamer-Ästhetik mit Holz und Seide
Das Innenraumkonzept richtet sich laut Kia an eine Generation, die digitale und physische Umgebungen gleichermaßen nutzt. Die Instrumententafel trägt eine abnehmbare Retro-Spielkonsole, vier separate Einzelsitze gliedern den Innenraum, und der Fahrersitz hebt sich gestalterisch von den Passagiersitzen ab. Als Materialien nennt Kia Seide und Holz. Die weit nach vorne gezogene Kabine soll Innenraumvolumen ohne Kompromisse bei den Außenproportionen schaffen.
Kia Vision Meta Turismo: Innenraumkonzept mit vier Einzelsitzen, abnehmbarer Retro-Spielkonsole und Materialien wie Seide und Holz.
Für Kia wäre ein Serienmodell zudem eine Rückkehr zum Kombi-Segment: Der Ceed SW und der sportliche ProCeed wurden bereits eingestellt.
Wirtschaftliche Hürde bleibt die entscheidende
Habib selbst benennt die wirtschaftliche Tragfähigkeit als größtes Hindernis – nicht die Technik. Das ist relevant: In Deutschland gibt es seit dem 17. Dezember 2023 keinen staatlichen Kaufanreiz mehr für Elektrofahrzeuge (Umweltbonus eingestellt). Österreich gewährt noch einen e-Mobilitätsbonus von 5.000 Euro, die Schweiz kennt keinen Bundesbonus.
Im Wettbewerbsumfeld trifft ein möglicher elektrischer Kia-Gran-Turismo auf den Tesla Model 3 Performance (ab rund 60.000 Euro, WLTP-Reichweite 528 km) und den BMW i4 M50 (ab rund 82.000 Euro). Um im Segment unterhalb der 70.000-Euro-Marke konkurrenzfähig zu sein – relevant für die 0,25-Prozent-Dienstwagenregel bei Elektroautos – müsste Kia den Preis deutlich unter dem des i4 halten, berichtet InsideEVs.
Der Vision Meta Turismo war zuletzt auf der Milan Design Week im April 2026 und der Busan International Mobility Show zu sehen. Wann – oder ob – eine Serienentscheidung fällt, hat Kia nicht kommuniziert.