Fiat greift den Budgetmarkt für kompakte SUV direkt an: Der neue Grizzly soll ab unter 25.000 Euro (inkl. 19 % MwSt.) zu deutschen Händlern kommen – und trifft damit fast punktgenau auf den Dacia Bigster, der ab 23.990 Euro startet. Die Weltpremiere ist für den Pariser Automobilsalon im Oktober 2026 geplant, der Verkaufsstart folgt noch im vierten Quartal 2026. Wer ein erschwingliches Familien-SUV mit echter Elektro-Option sucht, bekommt damit einen weiteren ernsthaften Kandidaten.
Antrieb, Reichweite und Laden
Fiat bietet den Grizzly in zwei Antriebsvarianten an. Der Einstieg erfolgt über einen 1,2-Liter-Turbobenziner mit Mildhybrid-Unterstützung und 145 PS (107 kW). Die Elektrovariante leistet 83 kW (113 PS) und verfügt über eine 54-kWh-Batterie mit einer Reichweite von rund 400 km nach dem europäischen WLTP-Normverbrauchszyklus. Geladen wird über den europäischen CCS2-Ladestecker-Standard; von 20 auf 80 Prozent soll das Schnellladen in etwa 30 Minuten gelingen.
Beide Modelle – der klassische Grizzly (4,4 m) und der flacher gestaltete Grizzly Fastback (4,5 m) – basieren auf der Stellantis-Plattform Smart Car, die bereits dem Fiat Grande Panda, dem Opel Frontera und dem Citroën C3 Aircross zugrunde liegt. Die gemeinsame Basis senkt Entwicklungs- und Fertigungskosten und ermöglicht mehrere Karosserievarianten aus einem Werk.
Fiat Grizzly und Grizzly Fastback: Beide Karosserievarianten teilen sich die Stellantis-Plattform Smart Car und werden im marokkanischen Kénitra gefertigt.
Preise, Förderung und Wettbewerb
Den staatlichen Umweltbonus gibt es seit dem 17. Dezember 2023 nicht mehr. Wer den elektrischen Grizzly als Dienstwagen fährt, profitiert jedoch von der 0,25-Prozent-Regelung auf den Bruttolistenpreis – vorausgesetzt, der Listenpreis liegt bei höchstens 70.000 Euro. Hinzu kommt die zehnjährige Kfz-Steuer-Befreiung ab Erstzulassung für reine Elektrofahrzeuge.
Im direkten Vergleich trifft der Grizzly auf den Dacia Bigster (ab 23.990 Euro), den Citroën C3 Aircross, den Opel Frontera sowie den VW T-Roc. Gegenüber dem Bigster hat Fiat zumindest beim elektrischen Antriebsstrang eine klar definierte WLTP-Angabe im Gepäck – der Dacia Bigster E ist mit 323 km WLTP angegeben. Ob der Grizzly bei identischer Ausstattung preislich wirklich unterhalb des Bigster bleibt, werden erst die finalen Preislisten zum Pariser Salon zeigen.
Produktion und Marktstart
Gebaut werden beide Modelle im Stellantis-Werk im marokkanischen Kénitra, wo bereits der Peugeot 208 und der Fiat Topolino vom Band laufen. Stellantis investierte 2022 mehr als 300 Millionen Euro in den Ausbau des Standorts. Europa – einschließlich des deutschsprachigen Raums – steht beim Rollout an erster Stelle, noch vor dem Nahen Osten, Afrika und Lateinamerika. Konkrete Bestelldaten für den deutschen Markt nennt Fiat bislang nicht; sie dürften nach der Pariser Premiere im Oktober 2026 folgen, wie Auto Motor und Sport berichtet.