Volkswagen baut das Werk Zwickau zum Recycling-Standort aus: Ab 2027 zerlegen 100 Mitarbeiter jährlich 4.100 Fahrzeuge, um gefragte Ersatzteile wieder in den Handel zu bringen.

Fahrzeugkarosserie bei der Demontage in Zwickau. Foto: Volkswagen

Volkswagen hat am sächsischen Standort Zwickau eine industrielle Demontagelinie in Betrieb genommen. Ab 2027 sollen dort im Zweischichtbetrieb jährlich 4.100 Fahrzeuge zerlegt werden. Die Anlage verarbeitet zunächst Vorserienfahrzeuge, später sollen auch reguläre Altfahrzeuge hinzukommen.

Mitarbeiter demontieren Fahrzeugtür in Zwickau
Mitarbeiter demontieren Fahrzeugtür in Zwickau. Foto: Volkswagen

Für den Betrieb der Linie mit acht Takten wurden 100 Beschäftigte des Werks umgeschult. Die Bauarbeiten und Genehmigungsverfahren dauerten neun Monate, drei Monate weniger als geplant. Um Investitionskosten zu begrenzen, setzte Volkswagen bei der Zerlegung auch gebrauchte Technik aus der regulären Fahrzeugfertigung ein.

Gebrauchte Originalteile aus Zwickau liefert der Konzern bereits seit Juli an das eigene Händler- und Servicenetz, freie Werkstätten sowie den Teilehandel. Zu den meistgefragten Komponenten gehören laut Hersteller Türen, Stoßfänger, Motoren und Getriebeteile. Kunststoffe aus den Altfahrzeugen sollen im Recyclingkreislauf landen: Aus dem wiederverwendbaren Material eines Autos könne Kunststoff für bis zu drei Neuwagen gewonnen werden, so die Werksangabe.

Nach Branchenberichten stehen für das Vorhaben Gesamtinvestitionen von bis zu 90 Millionen Euro im Raum, flankiert von einer zugesagten Förderung des Freistaates Sachsen über 10,7 Millionen Euro. Die offiziellen Verlautbarungen des Landes und des Herstellers bestätigen die staatliche Unterstützung, nennen bislang jedoch keine Summen.

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Autonews Redaktion
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